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Was bringt vegan den Tieren?
Med. Kongress zur pflanzenbetonten Ernährung
vom 20. bis 22.4.2018 in Berlin
Wohlstand und Zufriedenheit
Zum 200.Geburtstag von Friedrich Wlhelm Raiffeisen am 30.März
Ei? Besser kein’s …
Manfred Kyber: Die Menschen glauben
Zum 85. Todestag des Schriftstelers am 10.März 1933
Wenn Rinder weinen
Die Größe und den moralischen Fortschritt
einer Nation kann man daran messen, wie sie die Tiere behandelt. Mahatma
Gandhi (1869 -1948) Zum Gedenken an den am 30. Jänner 1948 ermordeten
weltberühmten großen Inder.
Massenställe tabu -Regierung will Recherchen
in Ställen unter Strafe stellen
Manred Kvber: Weihnachten und die Tiere
Manfred Kyber, Gottes Gäste
Zu Weihnachten schmeckt’s auch fleischlos
31 Jahre Freilandei
Ein Schweinestall in NÖ - Zum Abgewoöhnen
Der Weißfisch
Eine Erzählung von Hans Kloepfer 14.12.2017
Wegwerfen erlaubt, aufklauben verboten
Lebensmittelvergeudung in Großausspeisungen
Nochmals: Vegane Ernährung und Krebs
11. November - Martini: teilen oder fressen?
"Für die Tiere ist jeden Tag Treblinka"
Tätervölker
Leider kein Tierschützer im öst. Parlament 31.
Oktober 2017
Veg. Ernährung und Krebs 27. Oktober 2017 6 oder 9 % Vegetarieranteil in Österreich?
Speisendeklaration ade . . . – . . . Fipronil
zum Nachdenken
Welterschöpfungstag - 2. August
Ein bisschen mehr Liebe und weniger Hass - zum
Geburtstag Peter Roseggers am 31.Juli
Rehe verhungern lassen? Eine Forderung renommierter
Tierrechtler?
Quitten-Käse darf weiter Quitten-KÄSE heißen
- oder nicht?
EU-GH zum Namensdchutz
für Milch, Bütter, Käse etc.
Wann wurde die Welt erschaffen? – die Tierschutzwelt
?
Werbung und Realität - Ein Blick in die Vergangenheit
Achtung, “liken” kann gefährlich
sein !
Der Schweizer Verein gegen Tierfabriken-VgT wehrt sich gegen Rufmord
Tiergerecht erzeugte Milch? - Kälber im Absnits
Warum gibt es keine MIlch aus tiergerechter Rinderhaltung ? Aus Betrieben mit
muttergebundener Kälberaufzucht
7.Juni 2017 Peter Singer in Graz -zu
Peter Singer
Zum Weltmilchtag 1. Junie
Milch - ein Dilemma: Führt weniger Milchkonsum zu mehr Schweineleid?
ie
viele Vegetarier gibt es in der Schweiz? Ergebnisse
einer Umfrage (2.4.2017)
Tierschutz-Demonstration in Wien Sa 25.März
Protest gegen mangelhafte Gesetzes-Novelle
Manfred Kyber, Todestag 10.März
zum Gedenken an den 1933
gestorbenen Dichter: Himmelsschlüssel - Ein Märchen
Tom Regan 1938 - 2017
Der US-amerikansche Philosoph, führender Tierethiker, ist
am 17. Februar gestorben
Engel oder Sadisten?
Von hehren Worten und Stacheldraht (28.2.2017)
Der Mengele--Vergleich
KZ-Ärzte, Professoren, Menschenversuche, Tierversuch und ein Gerichtsurteil
(28.2.)
"Wer Tiere retten will, muss Realist werden"
Der Philosoph Helmut F, Kapln im Interview. 18.2.2017
Kartoffelstärke mit Kokosöl oder Erdäpfelsalat
mit Kernöl?
Imitate oder Natur? 10.2.2017Ein Bischofswort zu - Mensch
und Tier 3.2.2017
Der Berliner rk. Erzbischof zur Grünen Woche - herbe Kritik an der Behandlung
von Nutztieren -Konsumentenverantwortung
Auf Straßen ja, in Schlachthöfen
und Ställen nein 31.1.2017
Videiüberwachung eine alte Tierschutzforderung
Kameras in Frankreichs Schlachthäuser 30.1.2017
Beschluss im Abgeordnetenhau . Zustimmung des Senats steht aus
Sarah Wiener: weitgehend fleischlos! 27.1.2017§
Frau Wiener in einem Interview mit der Gratis."Wochenzeitung !Der Grazer"
In-vitro-Fleisch in 5 Jahren im Supermarkt?
Ruinöser Boom: Veganz muss umstruktuieren 25.1.2017
Die vegane Supermarktkette muss einige Filialen schließen
Neue Bücher: Mensch-Tier-Ethik im interdiszipi.
Diskkurs (mit einem Beitrag von Erwin Lengauer)
Univ. Prof. Kurt Remele, Die Würde des Tieres ist unantastbar - Eine
neue christliche Tierethik
Helmut F. Kaplan: Tierrechte: Wider den Speziesismus
In-vitro-Fleisch in fünf Jahren im Supermarkt 23.1.2017
Deutsches
Bundesumwelmt fordert höhere Mehrwertsteuer
für Fleisch 6.1-20177
Was tun gegen den Klimawandel? Weniger Fleisch essen! Ein
Experte im Ö1-Interview
WHO bestätigt alte Erkentnis: Wurst, Schinken
potentielle Darmkrebs-Erreger,
zu viel Fleisch wahrscheinlich auch. Mehr als 3mal wöchentlich je 50 Gramm
bedenklich
Wo gibt es die Vitamin
B12-Zahnpasta?
In Graz u.a.: Bioladen Knospe, St.Peter-Hauptstr.36, mehr
Bezugsquellen unter "Einkaufsführer
" Die Zeitschrift anima erscheint seit Sommer 2016 nicht
mehr.
Zeitschrift anima: Abschied nach 31
Jahren
Zum Nachruf DDr.Balluchs auf die anima
DDr. Martin Balluch, Obmann des österr. Vereins gegen Tierfabriken,
hat in seinem Blog martinballuch.com einen kritischen Nachruf verfassst (siehe
ganz unten). Hiezu eine ebenfalls kritische Stellungnahme aus der anima-Redaktion:
“
Lieber Herr Balluch, ich muss Ihnen noch für den gütigen Nachruf
auf die anima danken – ich erhielt erst kürzlich Kenntnis – und
darf dazu auf ein paar Missverständnisse hinweisen. Anscheinend war
es im Blatt nicht hinreichend gelungen, unsere Intentionen zu verdeutlichen.
Der Vorwurf, die anima habe den Veganismus schlecht machen wollen, ist
eine krasse Fehlinterpretation. Von Anbeginn an wurde in der Zeitschrift
auch
diese strenge Form des Vegetarismus, für die sich die Bezeichnung vegan eingebürgert
hat, betont und kein Zweifel gelassen, dass der Verzicht auf tierische Produkte
Endziel ist. Vielleicht wurden unser entschiedenes Eintreten gegen jene Gruppen
von Veganern, die sich darauf konzentrieren, den gemäßigten Vegetarismus/lacto-ovo
oder lacto/ schlecht zu machen („Vegetarier sind Mörder“)
missverstanden.
Unser Ziel war nicht ein Orden von Edelmenschen (so schön das sein mag),
Ziel war und ist es Tierleid und -tod zu mindern. Ein Fleischesser, der Lactovegetarier
wird, reduziert die Schlachtung warmblütiger Tiere um mehr als 99 Prozent,
der Übertritt von laktovegetarisch zu vegan bringt gerade etwa ein halbes
Prozent. Wir haben daher dafür plädiert, sich vorerst vor
allem darauf zu konzentrieren, Fleischesser zum Fleischverzicht zu
bewegen, statt
Vegetarier
zum Milchverzicht. Dass mag platter Utilitarismus sein, doch er erspart
einen Haufen Tieren leidvolles Leben und Sterben. Vergleicht man das Ziel „tieropferfreie Ernährung“ mit einem
5.000 m hohen Berggipfel, kommen Veganer, was warmblütige Tiere betrifft,
auf etwa 4.500 Meter. Die letzten 500 m bleiben ihnen verwehrt, weil auch die
Pflanzenproduktion Tieropfer kostet, leider. Das wurde mir abgesehen von der
australischen Debatte, durch mein Enkerl verdeutlicht. Der Knabe wollte den
Spinat nicht essen. – Warum? – Es graust mir.– ? – „Meine
Biologielehrerin hai als Studentin in einer Tiefkühlfabrik gearbeitet.
Dort musste sie die toten Mäuse aus dem Spinat klauben.“
Wenn ein Veganer auf seinen zB 4.563 m dem Laktovegetarier, der 4.538
m erklommen hat, sagt: Schön, dass du so weit gekommen bist, versuch doch noch die
paar Meter zu mir hinauf, ist das hilfreich; schimpft er Laktovegetarier aber
Mörder, wird er sie kaum zu Veganern machen; er wird sie damit eher zurück
zu den Fleischtöpfen treiben.
Nun noch das Dilemma Milchverzicht in einer Fleisch essenden Gesellschaft
und die Folgen: weniger Rinder, mehr Schweine- und Hühnertötung. Es ist
richtig, die anima hat diese Tatsache genannt, aus der Tatsache Schlussfolgerungen
zu ziehen, bleibt jedem für sich überlassen. Die Tatsache gefällt
uns auch nicht, wir halten jedoch nichts davon, sie der Ideologie halber
zu verheimlichen.
Ihre Annahme, es gäbe hierzulande kaum mehr Zweinutzungsrinder ist falsch,
die vom VgT dankenswert dokumentierten schmerzlichen Kälbertransporte
in den Süden sind kein Gegenbeweis. Mehr als 80 % der Rinder in Österreich
sind Fleckvieh. Die Schlachtstatistik: rund 300.000 Stiere und Ochsen und rund
300.000 Kalbinnen und Kühe jährlich. Für den Südtransport
bleiben leider immer noch rund 80.000 Kälber.
Ich halte nichts davon, Tierleid in Kilogramm zu messen. Ein 100-kg-
Schwein, ein 2-kg Huhn hat genau so Anspruch auf Schutz wie eine
600-kg-Kuh.
Die anima hat auf dieses Dilemma erstmals vor drei Jahren hingewiesen.
Ich muss gestehen, ich hatte dieses Problem lange verschlafen. Es
wurde mir erst
in Gesprächen mit der Bauernkammer bewusst, als wir diese bewegen wollten,
eine tiergerechtere Milchsorte auf den Markt zu bringen. Unser Wunsch; Schlachtung
in Hofnähe stieß auf heftigen Protest: Dann wären Milchkühe
nicht mehr zum Verzehr zugelassen und sie seien doch bestes Fleisch.
Es wäre schön, würden sich mehr Tierschutzvereine darum bemühen,
tierfreujndlich gesinnten Konsumenten Milch aus rindergerechterer Produktion
anzubieten. Für finanziell potentere Vereine wäre es kein Problem,
ein Projekt Milch aus muttergebundener Kälberhaltung zu initiieren; so
wie wir und die KT es vor dreißig Jahren mit dem Freilandei taten.
In dem Zusammenhang: Als ich vor einem Vierteljahr wieder einmal
bei der Kontrollstelle in Bruck rückfragte, ob endlich festgelegt sei, was fürs Label „tierschutzgeprüft“ bei
Milch kontrolliert werde (Haltungsbedingungen), erhielt ich immer noch keine
positive Antwort. Ich hoffe, dass die Kriterien in der Zwischenzeit bestimmt
sind. Jmmerhin trägt „Zurück zum Ursprung“ seit eineinhalb
Jahren den Vermerrk.
Noch kurz zu Stierkampf und Jagd:
Der in der letzten anima erschienene vor einem Vierteljahrhundert
geschriebene Artikel wurde in Ihrem Nachruf leider unzureichend wiedergegeben;
deshalb
hier seine Kernsätze:
„
Damit keine Mißver-ständnisse entstehen. Ge-gen den Stierkampf im
fernen Spanien zu prote-stieren, ist nicht bloß ein guter alter Tier-schützerbrauch,
es ist notwendig. Nur sollten wir darüber vor den Mißständen
im eigenen Land nicht die Augen verschließen. Un-sere Hauptaufgabe bleibt
es, vor der eigenen Tür zu kehren.“
Das war sinngemäß auch die Einstellung der anima zur Jagd. Gegen
die Jagd zu demonstrieren, beschränkt die eigene Lebensweise nicht. Auch
wenn kein Wild mehr geschossen wird, im Supemarkt gibt es nach wie vor Aktionsfleisch
um 3,99 €.
Im Zusammenleben von Mensch und Wildtieren sind die Probleme natürlich
vielfältiger und schwieriger zu lösen -– das Thema erschöpfend
zu behandeln würde zu weit führen. Im Kern gilt m.M. aber auch hier.
Das tieschützerische Hauptproblem ist nicht die Lust auf Jagd sondern
die Lust auf Wurstsemmel und Schnitzel.
Unsere Sorge: Emotionaler Kampfgeist fürs Tierwohl ist bei den meisten
Menschen beschränkt. Wird er zu sehr für die Jagdbekämpfung
strapaziert, bleibt für die quantitativ und qualitativ brennendsten Missstände
keine Kraft mehr.
Nebenbei:,Die anima hat es immer für richtig und wichtig gehalten, gegen
die Jagd als Vergnügen mit ihren atavistischen Bräuchen und schändlichen
Auswüchsen wie etwa das Aussetzen von Fasanen in und außerhalb von
Gattern anzukämpfen.
Zur Beurteilung, ob die Konzentration des Kampfarsenals auf den
Lainzer Tiergarten und Gatterhagden generell sinnvoll ist, fehlt
es mir an
Sachkenntnis. Umfriedete
Jagdgebiete haben für Wildtiere auch Vorteile, sie schützen vor Tod
im Straßenverkehr und vor den nicht wenigen wildernden Hunden.
Im Jagdgebiet, in dem meine Keusche liegt, fallen beispiesweise
mehr Rehe dem Straßenverkehr zum Opfer als den der Jagd, so der dortige Jäger – ich
musste ihn kontaktieren, weil der Nachvarhund einen Bock zerfleischt hatte.
Der Vorwurf, die anima sei gegen Kanpagnen und Demonstrationen
gewesen, ist so auch unzutreffend. Wir meinten allerdings: Nach
zwanzig Jahren
vergeblicher Demonstation etwa gegen den Jägerball wäre es Zeit nach Wirkungsvollerem
zu suchen. Demonstr0ationen sollten nicht der Selbstbefriedigung dienen, gelegentlich
evaluiert werden, geprüft ob sie Menschen gewinnen oder vergrämen.
Zum Tierschützerprozess: Kaum eine andere Tierschutzzeitung hat hier so
entschieden die Justiz kritisiert. Dennoch haben Sie recht, Ein paar Monate
vor der Verhaftungsaktion habe ich bei einer VgT-Veranstaltung in Wien zu bedenken
gegeben: Das Staatsschiff ist ein träges Fahrzeug; dass es nicht rasch
reagiert, sollte nicht zu Leichtsinn verleiten, Die Mächtigen lassen,
sobald ein Gegner aus der Sphäre völliger Bedeutungslosigkeit heraustritt,
früher oder später ihre Mittel spielen. Es ist daher wichtig, sich
keine Blöße zu geben. Ich erinnere an den Grazer Webpelzmodenschau-Prozess.
Es lässt sich auch vermuten, dass ein hochgestellter Politiker keine Freude
hat, wenn sein Büro besetzt wird, und ….
In ihrer 31jährigen Geschichte hat die anima sich immer wieder mit dem
Thema Gewalt auseinander setzen müssen. Es ist verständlich, dass
namentlich Jugendliche in gerechter Empörung über den alltäglichen
grässlichen Terror gegen Tiere ihrerseits auf Gewalt setzen. Es ist richtig,
wir haben immer gesagt, dies wäre der falsche Weg. Der Glaube, eine kleine
inderheit könne die Mächtigen durch Gewaltakte in die Knie zwingen,
ist absurd. Ein solcher Weg schadet letzhin den Tieren und führt geradewegs
zum Polizeistaat. Die anima hat auf Überzeugungsarbeit gesetzt, auf – allerdings organisierte – Konsumentenmacht,
dafür plädiert, den Marlt durch tierfreundlichere Angebote aufzulockern
und so Verbrauchern den Umstieg zu erleichtern.
Zum Abschluss:unbeschadet aller Meinungsunterschiede: Danke für den
Nachruf und viel Erfolg mit ihrer Arbeit.. Erwin Lauppert, anima-Redaktion
Und hier der Nachruf Balluchs:
„
ANIMA. ZEITSCHRIFT FÜR TIERRECHTE“ NACH 31 JAHREN EINGESTELLT
Sie blieb immer in kleinem Rahmen, mit bescheidenem Layout, ohne Kaufpreis,
die Anima, Zeitschrift für Tierrechte. Doch sie hatte einen treuen Leserstamm.
So auch mich. Gegründet wurde sie in Graz 1985, wo sie nach einem sehr
kurzen Zwischenspiel in Wien bis zuletzt blieb. 31 Jahre lang, kein schlechtes
Alter für eine Zeitung im Internetzeitalter. Mit der Ausgabe 32. Jahrgang
Nr. 1 vom Frühjahr 2016 wurde sie nun eingestellt, wie ihr Chefredakteur
Erwin Lauppert bekannt gibt.
Ich lese sie erst seit 20 Jahren und kann mir daher kein Bild von ihr
vor dieser Zeit machen. Ich habe aber mit Chefredakteur Lauppert sowohl
im
Juli 2014 (http://cba.fro.at/265618)
als auch im November 2007 (http://cba.fro.at/8281) Interviews geführt.
Wir waren in Vielem nicht derselben Meinung, aber durch die konstruktive
Auseinandersetzung ohne Denunziation wird eine Bewegung erst lebendig.
Da ist z.B. das ewig wiederholte Mantra der Anima, dass es utilitaristisch
gesehen schlecht sei, vegan zu leben, weil dadurch weniger Milchkühe gehalten
werden und deshalb weniger Rindfleisch produziert würde und so mehr Schweine
und Hühner als Rinder gegessen würden. Und das sei schlecht, weil
Rinder tendenziell besser gehalten würden und vor allem größer
seien, sodass dieselbe Menge Fleisch nur weniger Tiere betreffe. Naja, das
Argument ist schwach, sehr schwach. Erstens haben wir seit Jahrzehnten kaum
noch Zweitnutzungsrinder, sonst würde man nicht die männlichen Milchkälber,
wie wir dokumentiert haben, in großer Zahl ununterbrochen für Peanuts
in den Süden schicken. Und zweitens steht nicht die Tiergröße,
sondern ihre Nutzung per se im Vordergrund. Die Aussage, es sei verwerflicher
Hühner als Rinder zu essen, weil sie kleiner sind, setzt einen platten
Utilitarismus voraus, den ich nicht teile. Und zuletzt ist es nicht richtig,
dass Mastrinder oder auch Kälber dauerangebundener Milchkühe besser
gehalten würden als Schweine. Sie stehen letztlich genauso auf Vollspaltenböden
ohne Stroheinstreu im dichten Gedränge herum. Utilitaristisch gesehen
ist das sogar schlechter, weil sie im Schnitt gut 3 x solange leben wie Schweine
und daher 3 x so lange leiden. Nicht, dass ich diese Art der Leidensrechnung
vertreten würde.
Die Anima hat auch ständig unsere Jagdkampagnen kritisiert, und zwar wieder
utilitaristisch, weil die bejagten Tiere ja im Freiland gelebt hätten
und daher Kritik an der Jagd wie Kritik an der Freilandhaltung zu sehen sei.
Auch das empfinde ich als falsch. Die Jagd ist eine Nutzungsform von Tieren
und hat ihre eigenen grotesken Auswüchse, wie die Gatterjagd oder die
Massentierhaltung von Zuchtfasanen, die entsprechend kritisiert werden müssen.
Es geht nicht darum, wieviele Tiere wieviel leiden, sondern darum, auf allen
Ebenen den Umgang mit Tieren zu hinterfragen und gewaltfreiere Lösungen
zu finden und Verbote zu erreichen, wo es bereits Mehrheiten dafür gibt.
Auch in der letzten Ausgabe der Anima steht wieder, dass es besser wäre,
ein spanischer Kampfstier zu sein, als ein österreichischer Maststier
und wir deshalb nicht gegen den Stierkampf, sondern gegen die Maststierhaltung
vorgehen sollten. Nein, sehe ich nicht so. Es macht einen wesentlichen Unterschied,
warum jemand ein Tier misshandelt. Ist es, wie im Stierkampf und der Gatterjagd,
nur zum Spaß – auch wenn in beiden Fällen die Opfer danach
manchmal gegessen werden – dann ist es politisch gesehen prioritär,
diese Auswüchse abzustellen. Eine Gesellschaft kann nicht Tierschutz in
der Verfassung stehen haben und gleichzeitig zulassen, dass Tiere aus Jux und
Tollerei leiden müssen. Das widerspricht der Würde der Tiere so
grundlegend, dass das der erste Schritt im Tierschutz sein muss.
Aber die Anima hat auch unseren Kampagnenstil kritisiert. Unsere Demos
wären
zu laut und emotional, unsere Jagdbeobachtungen würden die Jägerschaft
unnötig provozieren. Ein bisschen, auch wenn nicht explizit ausgesprochen,
schienen wir selbst am Tierschutzprozess schuld zu sein. Stattdessen hätten
wir ausschließlich auf die Macht der KonsumentInnen setzen sollen. Wenn
die nicht mitmachen, dann ändere sich, so der Plan, der Umgang mit den
Tieren von selbst. Ja und nein. Ja, über Bewusstseinsbildung bei KonsumentInnen
konnten wir pflanzliche Alternativen oder auch Eier aus besserer Legehennenhaltung
am Markt positionieren, und damit Pionierarbeit für die Zukunft leisten.
Aber nein, ohne Gesetze, die nur durch öffentlichen Druck gegen die Wirtschaftsinteressen
zustande kommen, geht gar nichts. Und da kommt man geradewegs in Konflikt mit
den Mächtigen im Staat, daran führt kein Weg vorbei.
Also, die Anima hat die Arbeit des VGT regelmäßig kritisiert. Aber
deshalb habe ich sie dennoch geschätzt. Die Kritik blieb immer respektvoll
und sachlich. Und, wie gesagt, Meinungsvielfalt ist der Schlüssel zu einer
Massenbewegung, die die gesamte Gesellschaft erfasst. Vieles, was in der Anima
stand, hatte auch Hand und Fuß, das möchte ich nicht schlechtreden.
Oftmals fanden sich historisch interessante Ausführungen oder Belletristisches über
Tierleid aus der Weltliteratur. Ich finde es daher sehr traurig, dass dieses
Kapitel nun abgeschlossen und die Anima eingestellt werden soll. Schade, dass
niemand einer jüngeren Generation bereit war, das Licht ein Stück
weiter zu tragen.
Der Beitrag wurde am Mittwoch 1. Juni 2016 um 08:44 veröffentlicht und
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Vorurteile
gegen die vegetarische Ernährung
Pressemeldung der Europäischen Vegetarier Union (EVU) vom 24.
Februar 2005
Versuche mit dem Ziel, die vegetarische Lebensweise in Mißkredit zu
bringen, sind bekannt. Der neue Fall aber stellt eine besonders bemerkenswerte
Kombination
von wissenschaftlich unhaltbaren Aussagen, extremen Lebensbedingungen der
untersuchten Kinder und ganz offensichtlicher finanzieller Beteiligung der
Fleischindustrie
dar.
In einem Vortrag vor der "American Association for the Advancement of
Science" in
Washington machte Professor Lindsay Allen (Universität von Kalifornien)
ernste Anklagen: "Von Tieren stammende Nahrungsmittel haben einige Nährstoffe,
die nirgendwo anders enthalten sind. Hinsichtlich der Ernährung von
kleinen Kindern und schwangeren und stillenden Frauen würde ich so weit
gehen zu sagen, daß es unmoralisch ist, ihnen diese Nahrungsmittel
in den Lebensphasen vorzuenthalten."
Unmoralisch? Die Europäische Vegetarier Union kann diese Aussage keinesfalls
ak-zeptieren und stellt richtig:
1. Die Behauptung von Professor Allen ba-siert auf einer Studie (1) mit 544
Kindern in Kenia, die sehr einseitig mangelernährt waren und von denen viele eine
Reihe von Gesundheitsproblemen hatten, unter ande-rem auch Infektionskrankheiten,
die zu in-neren Blutungen führen und damit zu einem Mangel am Vitamin B12
und Eisen. Es ist bekannt, daß ein Mangel an B12 die kognitive Entwicklung
von Kindern beeinträchtigen kann. Eine positive gesundheitliche Entwicklung
bei zusätzlichem B12 ist also keinesfalls überraschend.
Obwohl die Kinder an einem Mangel an ver-schiedenen Vitaminen und Mineralstoffen
litten, konnte durch die zusätzliche Gabe von Milch und Fleisch nur der
Wert des Vit-amin B12 im Blutplasma erhöht werden.
Es muß jedoch betont werden, daß von den drei durchgeführten
Tests nur einer für die Fleisch-Gruppe günstige Ergebnisse brachte.
Bei den beiden anderen ergab die Ernährung ohne tierische Produkte (aber
mit Pflanzenöl) die besten Resultate. Bei allen drei Testmethoden hatte
die Milchgruppe die schlechtesten Ergebnisse, in einem Fall sogar schlechter
als die Kontrollgruppe. Wenn man diesen mangelernährten Kindern eine sorgfältig
geplante vegetarische Diät gegeben hätte, man hätte mehr für
deren Gesundheit erreicht.
2. In einigen Berichten bezieht man sich auf nicht weiter spezifizierte "Vegetarier-Studien
in den Vereinigten Staaten und in Europa/Holland", aus denen hervorgehen
soll, daß die Entwicklung eines Kindes ohne Fleisch und Milchprodukte dauerhaft
beeinträchtigt werden könne.
Derartige Behauptungen können leicht durch sehr Beweise widerlegt werden:
- Schon seit mehreren hundert oder sogar tausend Jahren sind viele Inder
Vegetarier. Es gibt nicht die geringsten Anzeichen, daß ihnen diese Lebensweise geschadet
hätte – genau das Gegenteil ist der Fall.
- Kinder in einigen europäischen Familien sind Vegetarier in der vierten
oder sogar fünften Generation. Sie sind aufgeweckt und gesund.
- Langjährige Vegetarier sind entsetzt über die von Professor Allen
aufgestellten Behauptungen. Sir Paul McCartney, selbst Vater von vier gesunden
und erfolgreichen vegetarischen Kindern, weist ihre Anklage als "Quatsch" zurück.
- In ihrem Papier "Vegetarische Ernährung", stellt die American
Dietetic Association and Dietitians of Canada (ADA), der größte nationale
Verband für Experten in Ernährungsfragen mit fast 70.000 Mitgliedern,
fest, daß "eine entsprechend geplante vegetarische Ernährung
gesund und ernährungsmäßig vollwertig ist und gesundheitliche
Vorteile bei der Vermeidung und Behandlung bestimmter Krankheiten bringt. [...]
Gut geplante vegane und andere Arten der vegetarischen Ernährungsweise sind
für alle Phasen des Lebenszyklus geeignet, einschließlich Schwangerschaft,
Stillzeit, früher und späterer Kindheit und Pubertät. Vegetarische
Ernährungsweisen bieten eine Reihe von Ernährungsvorteilen.
3. Die Untersuchungen von Professor Allen lassen sogar bei unbefangenen Beobachtern
Zweifel an deren Objektivität aufkommen: Sie wurden auf einer Konferenz "Tierische
Nahrungsmittel und Ernährung in Entwicklungsländern" vorgestellt,
die in Washington im Juni 2002 stattfand und von einer Reihe von aehrung 'die
hundertprozentige Reduzierung im Fleischverbrauch bei nur einer Person dabei
helfen kann, sechs
Menschen zu 'subventionieren', die ihren FleisViehzucht- und
Fleischgenossenschaften finanziell gefördert wurde, unter anderem von der
Vereinigung der amerikanischen Rinderzüchter.
Zusammenfassung: Die Europäische Vege-tarier Union stellt fest, daß eine
vegetari-sche Ernährung ausgewogen sein sollte, wie jede andere auch. Jedoch
haben umfangreiche Studien, die über lange Perioden und mit Tausenden von
Teilnehmern durchgeführt wurden, immer wieder bewiesen, dass die vegetarische
Lebensweise gesund ist.
Renato Pichler
Geschäftsführender Präsident der Europäische Vegetarier Union
(EVU) www.european-vegetarian.org
Kontakt: EVU Sekretariat Tel. +32 65 362584,
e-mail: u.org
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