Inhalt Nr.1/2011
Aus dem Inhalt:
Christine Beidl
Auferstehung und Wiedergeburt
Konsumenten und Tierschutz
Interview mit Prof. Dr.Jörg Lutz ........ 5
Schächtfleisch geheim? ............... 8
Frankreich: Brigitte Bardot
Türkei: ein Lichtblick?
Ernährungsratschläge .................. 9
Vegetarische Informationen ....... 10
Vegetarische Gastronomie in Graz .... 11
Vegan ist nicht genug ................ 12
Vegetarier sind Mörder? ............. 13
Nochmals der Wolf .................... 15
Bücher .................................... 18
Kupfer-Koberwitz, Die Tierbrüder Duve, Anständig
essen Bergsted, tMonsanto
auf Deutsch Bode, Die
Essensfälscher Vegetarian Visitor 2011 Heimroth/Bornschein,
Vegan und vollwertig genießen - ALTEXethic
Notizen ................................... 21
Ankündigungen# ........................ 23
Impressum und Offenlegung .... 23
Fragen .................................... 24
Seite 2:
Liebe Leserinnen, liebe Leser
Es ist Frühling geworden, zur Freude Ernährungsbewusster sprießen
wieder Wild-kräuter und es gibt bald unter heimischer und nicht andalusischer
Sonne oder Dächern gereif-tes Gemüse. Und besonders erfreulich, auch
im Blätterwald, in den Medien, sprießen immer mehr den Vegetariern
freundliche Artikel. Ist es nur ein Modetrend, der vorübergeht? Hoffen
wir, es ist nachhaltiger Bewusstseinswandel.
Die Tierbrüder, ein kleines berührendes Büchlein das
Zitat auf der Titelseite stammt daraus ist wieder erhältlich, siehe
die Bücherseite. Danke dem Höcker Verlag. Wir hatten vor acht Jahren
einen Abschnitt in der anima gebracht. Der Verfasser Edgar Kupfer-Koberwitz,
wird heute nur mehr wenigen bekann sein, darum (nochmals) kurz seine Lebensgeschichte.
1906 als Sohn eines Gutsverwalters auf Gut Koberwitz nahe Breslau geboren,
Realschule in Stuttgart, Angestellter, 1934 vor der Gestapo nach Paris geflohen,
1937 für eine Touristik-firma auf die damals noch unberührte Insel
Ischia, wo er sein Herz an Landschaft und Men-schen verlor, 1940 vermutlich
wegen abfälliger Äußerungen über das Regime von Italien
an die Gestapo ausgeliefert, nach Dachau gebracht, dann in einem KZ nahe Hamburg
nahezu zu-grundegerichtet, zurück nach Dachau durch Glück der Deportation
nach Schloß Hartenau und der Vergasung entgangen. Ob seiner Hilfs-bereitschaft
geachtet, als Spinner toleriert und als Gelegenheitsdichter begehrt,
konnte er schließlich in einer auf KZ-Gelände errichteten Schraubenfabrik,
deren Direktor fast ein biss-chen eine Art Spindler gewesen zu sein scheint, überdauern
und unter großer Gefahr ab November 1942 einen 1300 Seiten umfas-senden
Bericht über das erste Jahr seiner Haft und dann noch ein Tagebuch von
500 Seiten schreiben und vor der SS verbergen.
Nach der Befreiung 1945 im bürgerlichen Leben Fuß zu fassen, gelang
ihm nicht. Ischia war im fremd geworden, etliche Jahre schlug er sich in Amerika
als Gelegenheitsarbeiter durch, fand dann in Sardinien eine Bleibe, wo er als
Einsiedler doch in Kontakt mit seinen alten KZ-Freunden fast mittellos mit
Hunden und Katzen lebte und sich mit Astrologie und Naturreligionen befaßte.
Er starb, zuletzt in einem anthroposophischen Pflegeheim in Deutschland, 1991.
Kupfer war konsequenter Vegetarier und blieb seiner Überzeugung auch im
KZ treu. Selbst kleine Fleischstücke fischte er aus der Hungersuppe. Charakteristisch
ist eine Tagebucheintragung vom 19.8.1943:
Gestern sah ich, wie auf dem Arbeitsplatz ein sehr netter Kamerad mehrere bunte
Falter mit einer Stecknadel an die Wand spießte. Ich war sehr
traurig. Selbst hier, wo alle das Verfolgt- und Getötetsein so
nahe empfinden, üben sie es gegen andre wehrlose Geschöpfe aus. Ich
sprach mit ihm darüber, aber er sieht es nicht ein, er meint,
er hätte ein Recht dazu, die Falter leben sowieso nur wenige Tage. Aber
sind die für den Falter nicht vielleicht so lang und so schön wie
unsere Jahrzehnte?
Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, wünschen wir friedliche und frohe Ostertage.
Ihre anima-Redaktion
Seite 3:
Auferstehung und Wiedergeburt
Gedanken um Ostern
Christine Beidl
Gerade Ostern ist das Fest, das dem Ge-danken der Unsterblichkeit, der Auferste- hung und Wiedergeburt beson-ders nahe steht.
Bei den romanischen Völkern leitet sich sein Name vom jüdischen Passahfest
ab (Pasqua, Pâque), das eigentlich einen blu tigen Ursprung hat: Das Schächten
der Lämmer und Zicklein vor dem Auszug aus Ägypten, mit deren Blut
die Türpfosten bestrichen wurden. In dieser Nacht, wie das Buch Leviaticus
im Alten Testament berichtet, wütete Jahwe und tötete die Erstgeburt
der Ägypter bei Mensch und Vieh. Nur die blutbestrichenen Häuser
der Israeliten verschonte er. Das Passahlamm der Juden und Muslime leider
auch vieler Christen hat sich als grausamer Brauch drei Jahrtausende fort-gesetzt.
Jesus hat dieses rituelle Tieropfer durch das unblutige Opfer von Brot und Wein Samen
und Früchte ersetzt.
Wie C.A.Skriver nachgewiesen hat, konnte Jesus beim Letzten Abendmahl kein
Passahlamm
verzehrt haben, aus mehreren Gründen: Es wäre undenkbar gewesen, dass
während des hochheiligen Passahfestes eine Hinrichtung (Kreuzigung) vorgenommen
worden wäre. Die Passahlämmer wurden am Freitag nach-mittag während
Jesus am Kreuz verblu-tete im Tempel geschlachtet. Das Pas-sahfest begann
mit Sonnenuntergang, und die Pharisäer drängten sehr darauf, dass die
Gekreuzigten vorher entfernt bzw. getötet wurden, um das Fest nicht zu entweihen.
In unserem Sprachgebrauch hat für den Namen die Frühlingsgöttin
Ostara Pate gestanden, die alles Blühen und Keimen zu neuem Leben erweckt.
Eine Symbolik für Unsterblichkeit und Auferstehung kann auch in diesem Wunder
der alljährlichen Wiedererweckung aus Kälte und winter-licher Todesstarre
gesehen werden. Zumindest in unserer nördlichen Hemisphä-re. Das Erwachen
aus dem Winterschlaf für zahllose Tiere und Insekten, der Nestbau der Vögel,
das Grünen und Blühen der Sträucher und Bäume, die Lieblichkeit
zarter, erster Frühlingsblumen dies alles ist für uns eng mit
dem öster-lichen Gefühl verbunden. Die Erlösung der gesamten Schöpfung
vom Menschen seiner Ausbeutung, seinem Egoismus, der Traurigkeit, die
er der Kreatur unablässig antut eine Erlösung, die wiederum
nur durch den Menschen geschehen kann und von der die Gütigen und Mitfühlenden
seit jeher träumten.
Der Mensch war es, der die Tiere immer zu seinen Zwecken missbrauchte, sie
in
qualvollen Schlachttransporten nach Gol gatha treibt, um seiner Genüsse
willen ihre schreckliche Todesangst im Karfreitag der Schlachthöfe mit Füßen
tritt, um seiner angeblichen Gesundheit willen in den Labors foltert und kreuzigt.
Müsste nicht gerade das Christentum in der Erlösung der Schöpfung,
der fühlen-den, leidenden Schöpfung, seine beson-dere Aufgabe sehen?
Wäre dies nicht erst die Erlösung des Menschen selbst zu wah-rer Menschlichkeit?
Ich habe noch den Tau in meinen Haaren aus den Tälern der Menschen-frühe läßt
Gertrud von Le Fort die Kirche sagen. Ich weiss, wie man die Gewitter fromm
macht und die Wasser segnet ... Ich trage noch im Schoß die
Geheimnisse der Wüste.
Diese Vision eines allumfassenden Chris-tentums schließt die Weisheit der
griechi-schen Denker ein, die heiligen Haine der Germanen, die Geheimnisse der
Druiden, vorderorientalische Mythen ebenso wie die Magie der Ägypter, überliefertes
Na-turwissen der Indianerstämme ebenso wie die Visionen der indischen Veden.
Sie erwachte in den Uranfängen der Mensch-heit, in ihrem Tasten nach dem
Urgrund des Daseins.
Kat-holos bedeutet, alles einzuschließen, im Gegensatz zum fanatischen
Funda-mentalismus, der alles übrige aus-schliesst, der Ketzer und Bücher
verbrennt, fremde Heiligtümer zerstört und Andersdenkende vernichtet
in teuflischem Hochmut. Auch dies geschah in blasphe-mischem Missbrauch des Namen
Gottes.
Aber der Geist weht, wo er will. Nicht in den äußeren
Machtstrukturen, in trocke-ner theologischer Spekulation, in Phari-säerhochmut
und liebloser Inquisition. Immer wieder wurden wunderbare Men-schen hervorgebracht,
die diese Pforten der Hölle überwunden haben, Heilige wie
Franz von Assisi und viele andere, auch in jüngster Zeit.
Abschied vom Abendland?
Unser Abendland wurde seit 2000 Jahren vom Christentum geprägt im
Guten und im Bösen. Wie weit aber hatte dieses Christentum noch mit seinem
Gründer Jesus von Nazareth zu tun?
Ich las vor kurzem den Satz: Was immer Jesus ist ein Mann des Abendlandes
war er nicht.
Bis vor etwa 200 Jahren wagte es wohl kaum jemand, die Gestalt des Mannes aus
Nazareth historisch zu hinterfragen. Inzwischen hat eine intensive Geschichtsforschung
kaum etwas Greifbares erbracht es gilt auch hier der Satz von Werfel über
das Wunder von Lourdes: Für den Un-gläubigen ist keine Erklärung
möglich für den Gläubigen ist keine Erklärung nö-tig. Das
Wunder der Quelle, hat den Juden Werfel so fasziniert, dass er ein erfolgreiches
Buch darüber schrieb, obwohl er selbst sich nie taufen ließ.
Als die christlichen Missionare begannen, das Abendland zu missionieren, hatten
sie noch ein Sensorium für den Genius loci bestimmter Orte.
Sie erbauten ihre Got-teshäuser mit Vorliebe an den heiligen Plätzen
mit besonderer Ausstrahlung, wo vorher die Götter der Urzeit verehrt wur-den;
sie weihten der Gottesmutter hei-lende Quellen, aufgesucht von Mensch und Tier.
Indem sie so die ehemals heid-nischen Gebets- und Opferstätten chris-tianisierten,
tauften sie gleichsam nicht nur die Menschen (leider oft mit Gewalt), sondern
auch ihre Erde, Bäume, Opfer-steine, einstige Heimstätte der alten
Göt-ter.
Ich kenne eine Stadt im Sauerland, Meschede (von Mede-Schede=Wiesen-Opferstätte).
Hier wurden im grauen Al-tertum wohl nicht nur Tier- sondern auch Menschenopfer
dargebracht. Später wurde hier dem Wotan geopfert, im Wald auf einem Hügel.
Die christlichen Missio-nare bauten dort eine Kapelle, die noch in meiner Kindheit
bestand. Es war ein un-heimlicher Platz, von dichtem Fichtenwald umstanden, als
sei alles, was hier in grau-er Vorzeit geschah, noch irgendwie vor-handen, ein
Kind musste das fühlen ...
Das christliche Abendland brachte eine Hochkultur hervor, die wohl
nur aus dieser Vereinigung der Botschaft Jesu mit griechischer Weisheit und
der Natur-religion der Germanen und Kelten zu ver-stehen ist. Es widerstrebt
mir, die Feh
ler der Vergangenheit aufzulisten, die der Kirche ohnehin pausenlos
vorgeworfen werden.
Gibt es heute noch ein christliches Abendland, in unserer technokratischen,
ausschließlich profitorientierten Zeit?
Vielleicht müsste sie gerade heute zum Anwalt der Stummen, Mißbrauchten
und Wehrlosen werden, der wahren Opfer unserer Wohlstandswelt, unserer armen,
gequälten Brüder und Schwestern, der Tiere ...
Diese Zeilen hatte Christine Beidl vor Jahren geschrieben.
Es ist jetzt fünf
Jahre her, dass sie von uns gegangen ist. Wir haben den Text hervorgehoben, weil
er auch heute gültig ist und wir uns aus Anlass ihres fünften Todestags
der langjährigen Redakteurin unseres Blattes erinnern wollten.
Seite 5 - 7:
Konsumenten und Tierschutz
Interview mit Prof. Dr. Jörg Luy, Veterinärmediziner an der Universität
Berlin
geführt im Jänner für die vegetarische Nachrichtenagentur EVANA
von Herma Caelen
Prof. Dr. Jörg Luy, Veterinärmediziner an der Freien Universität
Berlin, war einer der Redner bei der Konferenz Animal Welfare Educationr,
die am 1. und 2. Oktober 2010 vom EU Direktorat Gesundheit und Verbraucherpolitik
in Brüssel organisiert wurde. Er ist Fachtierarzt für Tierschutz und
Magister der Philosophie. Luy leitet seit 2004 Institut für Tierschutz und
Tierverhalten am Fachbereich Veterinärmedizin der Freien Universität
Berlin.
EVANA: Herr Professor Luy, können Sie uns kurz das DIALREL (Dialogue
on issues of Religious Slaughter) erklären, an dem Sie massgeblich beteiligt
sind?
Professor Luy: Bei DIALREL handelt es sich um ein gerade abgeschlossenes interdisziplinäres
EU-Projekt von 16 über die Welt verteilten wissenschaftlichen Einrichtungen.
Es ging einerseits um die Recherche und Dokumentation aller verfügbaren
tierärztlichen, sozio-ökonomi-schen, rechtlichen und ethischen Infor-mationen
zum Konflikt um die betäu-bungslose Form der religiösen Schlach-tung
(es gibt auch Formen der religiösen Schlachtung mit Betäubung), sowie
andererseits um die Initiierung und Moderation eines internationalen und multikulturellen
Dialogs über die Problematik. Die umfangreichen Reports und die sehr prägnanten
Factsheets der verschiedenen Projektgruppen finden sich auf der Projektwebsite.
EVANA: In Ihrem Vortrag bei der EU-Konferenz sagten Sie, dass Deutsche sich
weder für den Tierschutz organisieren noch als Tierschützer bekennen
mögen und klare Stellungnahmen meiden. Ausserdem gelten Tierschutzorganisationen
als unfreundlich und nicht attraktiv. Tritt die Ethik-Debatte in
Deutschland auf der Stelle? Was ist schief gelaufen?
Luy: Es scheint in der Tat etwas schief gelaufen zu sein, denn selbst unter
den wenigen, die sich in Deutschland ehrenamtlich für den Tierschutz einsetzen,
gilt die Bezeichnung Tierschützer häufig nicht als Kompliment.
Während insbesondere Umfragen und Studien des Einkaufsverhaltens darauf
hindeuten, dass weiten Kreisen der Bevölkerung ein tierschutzgerechter
Umgang mit den Tieren wichtig ist, stellt sich kaum jemand persönlich
einer Tierschutzdebatte. Vielleicht fehlt moralischen Argumenten zugunsten
des Tierschutzes bis heute die Alltagstauglichkeit bzw. die argumentative Kraft
insbesondere ökonomische Argumente zu ü-berwiegen. Das könnte
wiederum damit zu tun haben, dass seit Jahrzehnten die Pflege eines gesellschaftlichen
Konsens zu Wertfragen vernachlässigt wurde, wo-durch tierethischen
Argumenten der Boden von allgemein anerkannten Prinzipien abhanden gekommen
ist. Dazu kommt das gezielte Spiel mit der scheinbaren Unmöglichkeit,
gewachsene wirtschaftliche Strukturen zu verändern. Die Resignation, nichts
Effektives machen zu können, vermute ich als eine der wichtigeren Ursachen
dafür, nicht öffentlich für Ge-rechtigkeit aufzustehen.
EVANA: In der EU-Konferenz wurde die Wichtigkeit von mehr Tierschutz unterstri-chen,
für den nach dem Willen der Fleischindustrie der Konsument tiefer in die
Tasche greifen soll. Können EU-Bürger bei höheren Preisen denn
wenigstens sicher sein, dass ihr finanzieller Einsatz für bessere Lebens-
und Tötungsbedingungen der Tiere tatsächlich honoriert wird? Wie
sieht es aus mit Labels, Garantien und Kontrollen?
Luy: Die Idee der EU-Kommission, die wissenschaftlichen Kriterien und die Standardisierung
für ein EU-Tierschutzsiegel (ähnlich dem Bio-Siegel) sicherzustellen,
kommt zur richtigen Zeit, da die Verbraucher signalisieren, dass sie auch beim
Tierschutz verantwortungsbewusste Kaufentscheidungen treffen wollen. Die Sicherheit,
nach der Sie fragen, hängt jedoch über weite Strecken von der Art
der Umsetzung ab. Gegenwärtig versuchen starke wirtschaftliche Kräfte
sogar, das ganze Projekt zu verhindern. Deswegen wäre es im Augenblick
vor allem wichtig, Signale nach Brüssel und Berlin zu sen-den, dass die
Verbraucher ein wissen-schaftsgestütztes Tierschutzsiegel auf ihren Lebensmitteln
sehen möchten.
EVANA: Es gibt viele erschütternd Video-aufnahmen, die das Zerstückeln
von Rin-dern bei vollem Bewusstsein dokumen-tieren, sogar in EU-Musterschlachthöfen.
Nach vielen Skandalen in den USA und Großbritannien spricht man dort
nun von Video-Überwachungen in den Betrieben. Ist es denkbar, dass ein
solches System eines Tages EU-weit eingeführt wird?
Luy: Die Häufigkeit von Skandalen bei Lebensmitteln aus Fleisch ist auffallend
hoch, und Transparenz scheint das beste Mittel dagegen zu sein. Aber eine Video-Überwachung
von Schlachthöfen wäre dennoch kaum hilfreich, da auf diesen Bildern
nur die augenscheinlichen Verstöße sichtbar würden, nicht aber
diejenigen, die nur aktiv durch Tierärzte demonstriert werden können,
wie beispielsweise Re-flexprüfungen zum Nachweis (nicht) ausreichender
Betäubungstiefe.
EVANA: Vegetarier werden auf nationaler, europäischer (EU) und auch internationa-ler
(UN und Agenturen) Ebene konsequent ignoriert: es gibt sie offiziell nicht.
Daher werden auch keine vegetarischen Ernährungsrichtlinien, Beratungen
oder andere offizielle Absegnungen dieser Er-nährungsweise angeboten.
Auch Petitio-nen und Aufrufe werden nicht beantwor-tet, z.B. die Forderung
von Brigitte Bar-dot nach einem EU-weiten vegetarischen Tag pro Jahr (nicht
pro Woche!) Aus wel-chem Grund wird eine schließlich recht stattliche
Minderheit einfach totgeschwie-gen? Keiner anderen Gruppe mit beson-deren Interessen
würde man eine derarti-ge Nichtbeachtung zumuten. Sind Vege-tarier zu
friedlich in einer fleischlastigen Umwelt?
Luy: Über diesen Umstand lässt sich nur spekulieren. Zum einen ist
festzuhalten, dass fleischlose Ernährung in den letzten Jahren doch stark
zunehmend den Weg in die Medien und die öffentliche Debatte gefunden hat.
Die dennoch verbreitete Tabuisierung erkläre ich mir mit dem Dilemma zwischen
der Lust auf Fleisch und der Schwierigkeit, dafür die Verantwortung übernehmen
zu können.
EVANA: Laut dem WWF Living Planet Re-port für das Jahr 2010
wurden die ersten vier Länder mit dem größten ökologischen
Fußabdruck genannt, nämlich die Vereinten Arabischen Emirate, Katar,
Dänemark und Belgien, gefolgt von den USA. Tierfabriken stellen einen
besonders heiklen Punkt dar für das schlechte Abschneiden in vielen Fällen.
Die Frage stellt sich also, wie unsere Welt im Jahre 2050 aussehen wird. Dann
erwartet man nämlich, und zwar mit Absegnung der FAO und unter Einsatz
aller nur erdenklichen und frag-würdigen und gefährlichen Techniken,
ei-ne Verdoppelung der heutigen Fleisch-menge.
Luy: Die Nutztierhaltung stellt ein letztes Erbe der Steinzeit dar. Ich gehe
davon aus, dass 2050 die technischen Innovationen zum Ersatz von Fleisch weit
fortgeschritten sind. Ich kann mir vorstellen, dass der Verzehr von Tieren
im Jahr 2100 als Unsitte der Vergangenheit betrachtet wird. Synthetische Lebensmittel
sind zwar unromantisch, aber viel vernünftiger, weil potenziell in der
Lage, mit deutlich weniger Nebenwirkungen und Gesundheitsrisi-ken produziert
zu werden. Die uns augenblicklich noch irritierende "Künstlichkeit" solcher
Lebensmittel ist in medizinischer Hinsicht nicht problematischer als die von
Multivitamin-Saft.
EVANA: Ein Kind das heute verhungert wird ermordet stellte Jean
Ziegler, Schweizer Soziologe und ehemaliger UN-Sonderberichterstatter für
das Recht auf Nahrung, fest. Und tatsächlich stirbt ein Kind alle fünf
Sekunden irgendwo in der Welt an den Folgen von Unterernährung, während
gleichzeitig riesige Mengen ver-fügbarer Nahrungsmittel in Tierfabriken
landen. Was sagt diese Tatsache aus über die menschliche Solidarität
im globalen Dorf?
Luy: Menschen sind allerorts zur Empa-thie befähigt Einfühlung
in Tiere eingeschlossen. Fürsorge wird jedoch nur tradierten Kreisen gegenüber
praktiziert, dies begünstigt mancherorts den Familienclan, andernorts
die eigene Ethnie, und nur selten gewissermaßen als kulturelle
Höchstleistung die Gesamtheit leidensfähiger Wesen. Diese
Traditionen verändern sich erstens nur unter einem gewissen Druck und
zweitens nur sehr langsam. Beispielsweise arbeitet Europa seit über 200
Jahren kontinuierlich und im Großen und Ganzen erfolgreich daran, die
Gesamtheit leidensfähiger Wesen unter politisch-rechtlichen Schutz zu
stellen, während manche andere Kontinente den Zwischenschritt zu bewältigen
haben, erst einmal ein Verantwortungsgefühl für Mit-menschen zu verbreiten.
Bei anhaltendem Engagement bin ich vom Erfolg solcher Bemühungen überzeugt;
es dauert aber Rückschläge eingeschlossen eine quälende
Ewigkeit.
EVANA: Einige Experten der FAO und an-dere Wissenschaftler empfehlen schon
seit längerer Zeit den Verzehr von Insek-ten und Nagern. Wird der Appetit
auf Fleisch in Zukunft so gestillt werden müs-sen? Oder könnte Kunstfleisch
rechtzeitig genug auf dem Markt landen und Fleisch-fans eine solche Kost ersparen?
Luy: Angesichts der ökologischen Nebenwirkungen und der Gesundheitsrisiken
der gegenwärtigen, vom Tier stammenden Nahrungsmittel halte ich Kunstfleisch
(mit naturidentischer Zusammensetzung und Textur) für langfristig alternativlos.
In der Zwischenzeit könnten, aus der Not geboren, aber auch andere Mittel
zur Ernährung genutzt werden.
EVANA: Sie sprachen von Rückschlägen bei Nichtbeachtung kritischer
Argumente und wiesen auf die Tierversuchs-Debatte im Eu-Parlament hin, die
nach Meinung vieler Experten zu einem mehr als frag-würdigen Ergebnis
führte. Gibt es für be-sorgte Tierfreunde Möglichkeiten, auch
heute noch das Resultat und damit das Los von Versuchstieren zu verbessern?
Luy: Die Macht des Verbrauchers ist nicht größer, aber auch nicht
kleiner als die des Wählers. Obwohl dies auf den ersten Blick deprimierend
klingt, ist die Bildung von Interessengruppen mit exponentiell wachsender Macht über
die Herstellungsprozesse verbunden.
EVANA: Was kann eine Einzelperson oder auch eine Organisation tun, um sich
ge-gen Ungerechtigkeiten im EU-Apparat zu wehren, z.B. die Tatsache, dass Stier-kämpfe
von europäischen Steuerzahlern zwangsfinanziert werden? Oder dass Fahrer
von Tiertransporten, die sich nicht an Vorgaben halten, unbehelligt bleiben?
Luy: Es war in der Vergangenheit immer vorteilhaft, aus dem diffusen Informationsgeflecht
diejenigen Argumente klar herauszupräparieren, die direkt das Un-gerechtigkeitsempfinden
ansprechen, wie beispielsweise der Verweis auf unser aller Steuergeld. Solche
Argumente sollten in dieser nüchternen Form, d.h. völlig befreit
vom Ballast weiterer Aspekte, allgemein bekannt gemacht werden. Die demgegenüber
häufig praktizierte Schrotschuss-Technik, kumulierten Argumentationssalat
zu verbreiten, halte ich für überhaupt nicht zielführend, da
diese Technik es dem Adressaten leicht macht, unter Ver-weis auf ein assoziiertes
schwächeres Argument das Problem zu tabuisieren, um sich selbst vor Veränderung
zu schützen.
EVANA: Sehen Sie eine Gefahr, dass der mühsam erarbeitete Schutz von Tieren
ein Opfer der gegenwärtigen finanziellen Schwierigkeiten in Europa wird?
Luy: Im Gegenteil ich erwarte langfristig eine deutliche Wendung zum Besseren,
nachdem dieses Finanzsystem zusammengebrochen sein wird. Die Geschichte lässt
hoffen, dass wir auch aus dieser Katastrophe lernen was dem Gedanken
einer nachhaltigen und maßvollen Nutzung unserer Ressourcen den nötigen
Rü-ckenwind geben wird. Ich könnte mir gut vorstellen, dass bei diesem
Prozess das Interesse an fleischloser Ernährung deutlich zunimmt.
EVANA: Herr Professor, danke für das Gespräch.
Seite 8:
Schächtfleisch geheim?
Die unterschiedlichen Auffassungen über das Schächten sind bekannt,
die anima hat sich in vergangenen Jahren wiederholt mit dem Thema befasst. Ursprünglich
berührte es nur das Verhältnis zum Judentum und es war quantitativ
gegenüber den Schlachtungen insgesamt bedeutungslos. Wir meinten daher,
unter Bedachnahme auf historisches Geschehen sollten sich die Tierschützer
aufs christliche Schlachten konzentrieren, da gebe es genug an Grauslichem.
Die Zeiten haben sich geändert. Schächten ist ein muslimisches Thema
geworden, quantitativ lässt es sich nicht mehr übersehen. Dazu kommen
zwei Probleme:
Einzelne muslimische Kreise verfechten ihre Ansprüche aggressiv ein
Beispiel brachte die letzte anima. Und zweitens, es wird erheblich mehr Schächtfleisch
produziert als zur Versorgung gläubiger Moslems erforderlich ist. Der Überschuss
wird teils über Lebensmittelmärkte etc. stillschweigend den unwissenden
Konsumenten unterjubelt, manche allerdings werben offen mit halal.
Das EU-Parlament hatte im vergangenen Juni über Initiative der CDU-Parlamentarierin
Dr. Renate Sommer aus dem Ruhrgebiet Abhilfe beschlossen. Mit einer soliden Mehrheit
von 559 gegen 54 stimmte es für die Pflicht zur Etikettierung von Schächtfleisch
mit folgendem Text: Von vor der Schlachtung nicht betäubten Tieren. Dieser
Beschluss bedurfte allerdings im Rechtsystem der EU auch der Zustimmung des EU-Ministerrats,
der aus den Vertretern aller EU-Mitgliedstaaten besteht, in der Regel deren fachlich
zuständigen Ministern. Der lehnte im Jänner die Etikettierung ab. Das
heißt praktisch, die Konsumenten dürfen nicht wissen, welches Fleisch
sie kaufen.
Im Vorfeld waren natürlich die Lobbys am Werk. Muslimische Organisationen
wand-ten sich entschieden gegen die Kennzeichnung, sie sei nur Ausfluss feindlicher
Voreingenommenheit gegen den Islam. Im Hintergrund ging es natürlich um
erhebliche wirtschaftliche Interessen. Allein in Großbritannien wird die
Zahl der halal getöteten, d.h. geschächteten Tiere auf jährlich
150 Millionen geschätzt. Nicht wenige Einrichtungen, darunter auch Schulen
geben dort, doch nicht nur dort, um Kontroversen mit Muslims zu vermeiden, überhaupt
nur mehr Speisen, die halal sind, aus. Das führt natürlich erst recht
zu Streit, diesmal mit Alteinwohnern, die nicht einsehen, weshalb sie sich Einwanderern
beugen sollen. In den Niederlanden, wo in etlichen Gefängnissen nur mehr
halale Speisen verabreicht werden zweierlei Menüs wären zu teuer hat
ein Sträfling bereits die Gefängnisverwaltun geklagt. Der Zwang halal
zu essen sei eine unzulässige Strafverschärfung.
Den Streitern wider die Etikettierung hatten sich übrigens Vertreter orthodoxer
Juden in Europa zugesellt. Der Grund: wirtschaftlicher Schaden. Die strengen
jüdischen Gebote bewirken, dass in der Regel mehr als die Hälfte des
geschächteten Fleischs nicht koscher ist und zu einem niedrigeren Preis
an nichtjüdische Abnehmer weiterverkauft wird. Gekennzeichnet ließe
es sich noch schlechter verkaufen.
Nun, all die Lobbyarbeit war wie gesagt erfolgreich. Der Ministerrat sagte
nein
und die Initiatorin des Parlamentsvorstoßes Frau Sommer soll bereits zurückgesteckt
und versprochen haben, ihr Anliegen nicht mehr zu verfolgen. Es bleibt ein schlechter
Nachgeschmack. Regierungen und Parlamente hatten muslimischen Einwanderern zuliebe
einst tierfreundliche Gesetze zu Lasten der Tiere geändert und der Minderheit
aus Respekt vor deren Religion, deren Überzeugung, das Schächten für
den Eigenbedarf erlaubt. Jetzt gehen Regierungen einen Schritt weiter und erlauben
der Minderheit gegen die Volkvertretung nicht aus religiösen Gründen,
nur des Geldes wegen, mehr als sie braucht zu schächten und den Überschuss
der nichtmuslimischen Bevölkerung zu unterschieben. Die Regierungen treten
also faktisch die religiös oder weltanschaulich motivierte Überzeugung
der vielen Menschen, die das Schächten aus Tierschutzgründen ablehnen,
mit Füßen. Der Konsumentenschutz, der Schutz der Verbraucher vor Irreführung
ist ihnen anscheinend wurscht. Ehrlichkeit?
Nebenbei: ein Grund mehr, vegetarisch zu leben.
Es ist gut und wichtig, Minderheiten und ihre Rechte zu schützen. Doch ein
paar Rechte sollte man wohl auch der Mehrheit zubilligen. Unterlassen das Regierungsgewaltige,
sei es weil sie nicht in den Geruch des Rassismus und der Minderheitenfeindlichkeit
kommen wollen oder einfach weil sie das Schicksal bei der Verteilung von Rückgrat übersehen
hat, besteht eine Gefahr: Dass sie damit genau den Rassismus schüren, den
sie vermeiden wollen.
(Wie der für Österreich zuständige Minister Alois Stöger
abgestimmt hat, wissen wir noch nicht. Unsere Anfrage werde wurde uns
beschieden noch bearbeitet.)
Seite 9:
Frankreich: Brigitte Bardot,
einstiges Sexidol und seit vierzig Jahren engagierte Kämpferin gegen Tierquälerei
hatte sich besondere Verdienste gegen das in Frankreich üblich gewesene
inhumane Schlachten erworben. Entschieden hatte sie sich dagegen gewandt, dass
die durch ihre Initiativen erreichten Verbesserungen durch muslimische Einwanderer
wieder zunichte gemacht werden. Das hat ihr bereits etliche Verurteilungen wegen
Anstiftung zum Rassismus bzw. Volksverhetzung eingebracht. Trotz ihrer 76 Jahre
kämpft sie Medienberichten zufolge unermüdlich weiter: Kürzlich
eine Strafanzeige gegen eine der größten Schlachtereien und Klagen
gegen die Ministerien für Landwirtschaft und Inneres. Sie duldeten in den
Schlachthäusern EU-widrige Praktiken. Ca. 80 Prozent der Schafe und Ziegen
sowie 40 Prozent der Rinder würden, so ein Veterinär-Inspektor nicht
betäubt und bei der Halal-Schlachtung werde die elektrische Kurzzeit-Betäubung
nicht respektiert.
Türkei, ein Lichtblick?
Laut einer unbetätigten Meldung des türkischen Massenblattes "Hürriyet" kündigte
der türkische Landwirtschaftsminister im Zusammenhang mit den EU-Verhand-lungen
an, ab Dezember 2011 werde beginnend in den Schlachthöfen die schmerzlose
Schlachtung mittels Kurzzeitbetäubung durch Elektroschock eingeführt.
Das Präsidium für Religiöse Angelegenheiten habe in einer Erklärung
angekündigt, dass es aus religiöser Sicht keine Bedenken gegen die
Anerkennung derart betäubter Tiere als Opfergabe habe.
Was essen Vegetarier ?
Siehe Papierausgabe
Seeite 11
Vegetarische Gastronomie in Graz
Wir hatten Ihnen, liebe Leser und Leserinnen, in den vergangenen Ausgaben jeweils
einen vegetarischen Betrieb vorgestellt. Dazu sind wir in Österreich herumgefahren
und haben die Betreiber interviewt. Diesmal bleiben wir in Graz, wo wir die
anima fabrizieren und erzählen Ihnen kurz von der Grazer vegetarischen
Gastronomie. Für Leser weiter weg zur Information:
Unsere Stadt, Landeshauptstadt der Steiermark, liegt im Südosten Österreichs,
dort wo die Berge, Ausläufer der Alpen, in Flach- und Hügelland übergehen.
Der Name Gradec = kleine Burg (auf dem 100 m hohen Schloßberg inmitten
der Stadt) erinnert an einstige slawische Besiedlung. Rund 260.000 Menschen
leben da, Bewohner mit Hauptwohnsitz woanders hinzugerechnet rund 300.000, dazu
rund 60.000 Tagespendler. An den vier Universitäten studieren etwa 45.000
junge Leute.
Von dem einen oder anderen kleinen Versuch, der kommt und geht, abgesehen gibt
es seit langem zwei relativ große Betriebe:
GINKO, früher Gilma, und MANGOLDS. Beide sind Selbstbedienungsrestaurant,
liegen fast im Zentrum der Stadt und bestehen seit etwa fünfzehn Jahren.
In beiden werden die Speisenpreise (außer für Suppe) nach Gewicht
berechnet, bei Ginko 1,15 ¤ je 100 Gramm, bei Mangold, 1,18 ¤,
dafür Abendrabatt.
GINKO liegt an der Kreuzung Grazbachgasse/Klosterwiesgasse ca. 200 m südlich
des Jakominiplatzes, auf dem sich alle Straßenbahnlinien kreuzen. Der Chef
Herr Albin Gilma hatte schon in den siebziger Jahren in Graz eine vegetarische
Speisestätte geführt und verfügt so über reiche einschlägige
Erfahrung. Seit dort statt dreier fixer Hauptspeisen mehr als zehn warme Speisenkomponenten
(verschiedene Gemüse, Erdäpfel, Reis, Gebratenes usw.) angeboten werden,
aus denen sich die Gäste ihre Gerichte selbst zusammenstellen können,
ist die Frequenz erheblich gestiegen. Ursprünglich gab es ca.70 Sitzplätze,
vor kurzem wurde der Betrieb auf über 100 Sitzplätze verteilt auf mehrere
Räume vergrößert, dennoch ist es mittags immer voll. Es gibt
auch gemütliche Ecken mit Fauteuils, die zu längerem Verweilen einladen.
In der warmen Jahreszeit steht dazu eine überdachte Terrasse mit ungefähr
40 Plätzen bereit.
Im Publikum überwiegen junge Leute. Zum Speisenangebot. Groß ist auch
das Angebot an Salaten, täglich gibt es 20 bis gegen 30 verschiedene. Unter
den warmen Speisen gibt es immer auch indisches. Ob vegan, das ist das meiste,
oder l/o ist exakt ausgezeichnet.
Fleischimitate vulgo Kadaverimitate, wie sie heute in vielen veganen Speisestätten
häufig sind, gibt es weder bei Ginko, noch bei Mangolds.
MANGOLDS liegt rechts der Mur ca.300 m westlich des Hauptplatzes an der Kreuzung
Griesgasse/Belgiergasse (nächste Strabahnhaltestelle Südtirolerplatz).
Der Betrieb ist vom Raum her erheblich größer, mehr als 180 Sitzplätze,
kaum aber vom Speisenangebot, außer allenfalls bei l/o Süßspeisen.
In der warmen Jahreszeit gibt es auch etliche Gassenplätze. Vegan ist nicht
ausdrücklich ausgezeichnet, doch kann man es aus der zu jeder Speise angeführten
Zutatenliste erfahren. Häufig findet sich etwas Rahm in der Rezeptur.
Die Öffnungszeiten: Mangolds Mo-Fr 1119, Sa 1116 Uhr. Ginko
hat länger offen: MoFr 11.3021, Sa bis 18 Uhr.
In einem unterscheiden sich die beiden. GINKO hat sich von Anfang an offen
als vegetarisches Restaurant
deklariert, MANGOLDS, zu einer Hotelgesellschaft gehörig, meidet das Wort
vegetarisch und nennt sich das frische Restaurant.
Die Betriebe werden keineswegs nur von Fleischvermeidern besucht, sehr viele
Nicht-Vegetarier kommen einfach, weil man da gut, billig und rasch essen kann.
Wir haben berichtet hoffend: Vielleicht bekommen auch in anderen Städten
Leute mit genug Geld Lust, ähnliches auf die Beine zu stellen.
Seite 12:
Vegan ist nicht genug
Gesetzt den Fall, einen Veganer trifft es, ein paar Tage mit einem Bauern zusammenzuleben,
der seine Tiere konventionell, d.h. mehr oder minder mies hält. Und gesetzt
den Fall, der Veganer sagt: Ich missbillige jegliche Nutztierhaltung. Darum,
lieber Bauer, setzte ich keinen Fuß in deinen Stall. Doch ich fordere
dich auf, deine Nutztierhaltung raschest aufzugeben. Das tut der Bauer natürlich
nicht. Hat der Veganer recht getan oder hätte er nicht doch in den Stall
gehen sollen? Dort nachschauen, ob es kleine Verbesserungsmöglichkeiten
gibt, die der Bauer vielleicht akzeptiert?
Einst vor langer Zeit im alten Rom, war das Kreuzigen als Todesstrafe üblich.
Eine sehr grausame Methode . Es dauerte viele Stunden, wenn nicht einen Tag,
bis der Tod eintrat. Unsägliche Schmerzen und Durst. Gesetzt den Fall, ein
entschiedener Gegner dieser grausamen Todesfolter geht an einem Kreuz vorbei
und das Opfer bittet um einen Tropfen Wasser. Doch der Spaziergänger lehnt
ab: Hülfe ich dir, hieße das, ich würde das Kreuzigen akzeptieren.
Aber sei versichert, ich werde mich mit aller Kraft für die Abschaffung
dieser Kulturschande einsetzen. Wird ihm der am Kreuz dankbar sein oder wird
er ihn verfluchen?
So vor dreißig Jahren schlenderte ein Mann in einem kleinen Vorarlberger
Städtchen durch eine einsame Gasse. Da hörte er eine Stimme aus einem
Kellerschacht Helfen Sie mir, ich bin da eingesperrt. Der Passant
entgegnete: Ich kann Ihnen nicht helfen und ging weiter. Er wusste,
die Stimme kam aus dem Gemeindearrest. Was er nicht wusste, der Häftling
in der Zelle war schon fünf Tage ohne Wasser und Brot. Dem Fußgänger
ist kein Vorwurf zu machen. Dass jemand im zivilisierten Österreich, einem
Rechtsstaat, im Gefängnis vergessen wird und am Verdursten ist, konnte er
wirklich nicht ahnen. Der Fall ging übrigens relativ gut aus. Als man ca.
zehn Tage später einen anderen einsperren wollte, bemerk-te man den Gefangenen.
Wider alle ärztliche Erfahrung war er noch am Leben. Man installierte darauf
Alarmklingeln in den Zellen.
Wer heute an einem Stall vorbeigeht, kann anders als der erwähnte Passant
ahnen, dass manches oder sehr vieles in dem Tiergefängnis nicht zum Besten
steht. Dass es Tierquälerei ist, zwar nicht nach dem Gesetz, doch nach moralischem
Empfinden, das kann heute nicht unbekannt sein. Seit vor fast fünfzig Jahren
Ruth Harrison mit dem Buch Tierfabriken erstmals den Finger in die
Wunde legte, sind unzählige Informationsschriften in die Welt gegangen,
haben sich Zeitungen, Fernsehen, Schriftsteller mit dem Thema befasst. Niemand
kann guten Glaubens einfach weitergehen und sagen ich habe keine Ahnung.
Dennoch müssen wir nüchtern realisieren, es sind nur ganz wenige, die
radikal die Konsequenz ziehen, auf Tierisches verzichten. Für die Masse
der Tiere leider ohne Bedeutung. Wohl aber zeigt sich: ein erheblicher Prozentsatz
der Bevölkerung ist bereit, Produkte zu wählen, die aus der Sicht der
Tiergerechtheit zwar nicht ideal sind, ihr aber doch erheblich näher kommen.
Davon haben dann auch viele Tiere etwas. Das Freilandei hat es bewiesen. Nur,
damit man sie kaufen kann, müssen diese Produkte erst einmal da sein.
In Ställe zu gehen, um Mängel aufzuzeigen, ist heute praktisch nicht
mehr möglich. Das Strafgesetz steht dagegen. Doch bessere Produkte schaffen,
für die Tiere weniger leiden müssen, ist möglich. Zum Beispiel
Eier mit dem Wert 38 statt 28 nach der Tiergerechtheitsskala (TGI), oder Milch
mit dem Wert 28 statt 21. Es ist nicht leicht, das war es auch nicht beim heutigen
Freilandei mit dem TGI-Wert 28. Von allein kam es nicht in die Supermärkte.
Es war harte Arbeit.
Bessere Produkte schaffen kostet viel Zeit und Mühe, doch es lässt
sich wie gesagt machen. Man muss es nur tun. Darum unser Appell und unsere Frage,
wer will sich engagieren?
Erwin Lauppert
Seite 13:
Leserforum
Vegetarier sind Mörder (?)
Und ist die Gruppe noch so klein,
sie schlagen sich die Schädel ein.
Liebe Redaktion!
Ich weiß nicht ob Sie sich mit diesen Fragen befassen, jedoch liegt mir
etwas auf dem Herzen und ich würde gerne die Meinung eines professionellen
und seriösen vegetarischen Verbands hören.
Ich bin Vegetarierin, esse also weder Fleisch noch Fisch. Jedoch nehme ich
Eier, Milch, Käse etc zu mir.
Ich bin vor kurzem auf Herrn Stößers Seite "Vegetarier-sind-Mörder" gestoßen
und mich hat diese Seite empört und die Tatsache dass jemand
wirklich soweit geht, nicht Fleischesser sondern Vegetarier zur Rechenschaft
zu ziehen und als "Mörder" zu
bezeichnen finde, ich nicht in Ordnung. Ich fasse seine Worte sehr schlecht auf.
Mir ist durchaus klar, dass Tiere durch Milch- oder Eierproduktion ebenfalls
leiden und im Endeffekt auch sterben. Nur finde ich es absurd auf Vegetarier
los zu gehen und diese als Sündenbock zu benutzen.
Fleischesser kritisieren Vegetarier und Veganer, Vegetarier kritisieren Fleischesser, und nun kritisieren Veganer Vegetarier? Ich finde das doch etwas weit hergeholt. Mich ärgert vor allem dass Herr Stößer der Meinung ist, Fleischesser würden weniger schaden anrichten als Vegetarier, was ich doch recht widersprüchlich finde. Ich finde die Lebenseinstellung von Veganern äußerst löblich und würde niemals auf den Gedanken kommen sie und ihre Ansichten zu kritisieren, wie komme ich nun dazu von einem Veganer kritisiert und als "Mörderin" bezeichnet zu werden?
Ich würde sehr gerne Ihre Meinung dazu hören, mich würde durchaus
interessieren was Sie von dieser Webseite halten bzw von Herrn Stößers
Ansichten.
N. N. (Name der Redaktion bekannt)
Mit der Anschuldigung Vegetarier sind Mörder hat sich die anima
schon oft befasst. Es ist eigentlich nichts Neues hinzuzufügen. Wir greifen
das Thema nochmals auf, weil nicht nur Herr Stößer seit langem den
Slogan hinausruft sondern manch andere auch. Da hatte zum Beispiel vor kürzerem
eine Tierschützerin in Luxemburg einen für alle Tierfreunde offenen
Demonstrationsmarsch für Tierrechte veranstaltet. Voll Stolz berichtete
dazu mit längerer Begründung ein anderer Tierrechtler unter dem Titel Kuschelkurs
mit Ovo-Lactos?: Seine Gruppe sei mit Schildern Vegetarier sind Mörder (nebst
erklärenden Worten) mitmarschiert.
Vorerst zur Klarstellung eine Begriffsbestimmung: Unter Vegetariern oder um
nicht sexistisch anzustoßen vegetarisch Lebenden versteht man seit gut einem
Jahrhundert Menschen, die nichts vom toten Tier, vereinfacht gesagt: kein Fleisch
essen. Das ist das entscheidende Kriterium, nicht die Frage, was und wie sie
sonst noch, nur oder nicht essen oder trinken, Milch, Wein, Schokolade, Gekochtes,
Rohes, abgefallene Früchte oder was immer. Vegetarisch ist ein Sammelbegriff,
unter den all die Unterarten wie Rohköstler, Frutarier, Waerlandisten, Sonnenköstler
fallen und natürlich auch die Gruppe, die man früher strenge Vegetarier
nannte und die jetzt unter der Bezeichnung Veganer firmieren. Daher zählen
Veganer selbstverständlich auch zu den Vegetariern. Den Begriff Vegetarier
mit Lacto-und/oder Ovo-Vegetariern gleichzusetzen ist also schlicht Irreführung,
beabsichtigt oder unbeabsichtigt. Nicht Käse essen ist das Kriterium sondern
kein Fleisch essen.
Die Begriffsbestimmung trifft natürlich nicht den Kern des Mörderthemas.
Der Punkt ist: Wie viele Tiere müssen für unser aller Essen sterben?
Nehmen wir die Schlachtstatistik zur Grundlage sind es in Österreich mehr
als 90 Millionen Warmblüter, Fische also nicht gerechnet: Ca. 70 Millionen
Mastgeflügel, ca. 7 bis 8 Millionen Masttiere mit vier Füßen
(überwiegend Schweine, dann Rinder, Schafe, Ziegen, Pferde, Kaninchen, Wild),
ca. 7 Millionen Legehennen, ca. 7 Millionen männliche Küken (oder ca.
3,5 Millionen, falls man sie nur halb rechnet, vergleichsweise: abgetriebene
menschliche Föten rechnet man nicht zu den Morden) und eine halbe Million
Milchkühe oder Kälber. Das heißt grob gerechnet (mit einer gewissen
Streuungsbreite, Legehennen und Milchrinder können teilweise auch dem Fleischkonsum
zugeordnet werden) durch Verzicht auf Fleisch lassen sich Tiertötungen in
der Nahrungsproduktion um ca. 85 % reduzieren, durch Verzicht auf Eier um zusätzlich
ca. 1114 %, durch Verzicht auf Milch (selbst wenn man Laktovegetariern
erhöhten Milchkonsum unterstellt) nur um ein weiteres Prozent.
Also vegane Vegetarier reduzieren die Tötungen um 100 %, Lacto-Vegetarier
um 99 %.
Allerdings, selbst rein vegane Ernährung geht nicht ohne Töten. Auch
Gemüse, Obst, Getreide für Menschen kostet vorhersehbar und unter den üblichen
Produktionsbedingungen unvermeidlich tierliches Leben. Nicht umsonst meiden die
Jainas den Beruf des Bauern. Moderne Landmaschinen und selbst die gute alte Sense,
Mähen, Pflügen, Bekämpfung sogenannter Schadtiere, Chemikalieneinsatz,
Vorräteschutz .... alles hat seinen Preis, zahlbar in Tierleben, sehr vorsichtig
geschätzt: ca. eine Million Säugetiere und Vögel.
Also lautet die berichtigte grobe Erfolgsrechnung: etwa 99 % Tötungsminderung
für vegane und unter Berücksichtigung der Kosten der Rinderfütterung)
97 oder 98 % für Lacto-Vegetarier.
Zählen wir auch andere Tiere, namentlich (dem veganen Honigverbot folgend)
Insekten dazu, ergäbe dies beim üblichen intensiven Chemikalieneinsatz
und beim brutalen Bieneneinsatz in Großplantagen ein erheblich schlechteres
Ergebnis für die veganen und auch die übrigen Vegetarier.
Mit anderen Worten auch die Mörderrufer finden sich als Kollegen im Kreis
der Mörder.
Der hohe Preis, den die Tiere außer fürs Essen uns Menschen, ob vegan
oder nicht, für unsere geliebte Zivilisation überhaupt zahlen müssen,
ist da noch nicht inbegriffen: schnelle Verkehrsmittel, gläserne Fensterfronten,
asphaltierte Straßen, die uns die Schuhe rein halten, doch Millionen Regenwürmern,
Schnecken Tod bringen, usw. usw.
So wird die von einigen Veganern lauthals verkündete scharfe Trennung der
Welt in a) Fleischesser und Lacto-Vegetarier und b) Veganer nicht nur praktisch
abwegig sondern auch philosophisch anfechtbar. Ihre Trennung der Menschheit a)
in Leute, die 0 bis 97 und b) in Leute, die 99 Leben retten, ähnelt sehr
der alten anthropozen-trischen Einteilung der Welt in a) Menschen und getrennt
durch eine große Kluft b) Menschenaffen, Läuse und sonstiges Getier.
Der langen Rede kurze Sinn, wir können uns eingebettet in diese Welt dem
Ideal nähern, erreichen können wir es nicht. Nicht einmal der Eremit,
der von den Früchten der Wildnis lebt: wenn er eine Himbeere pflückt,
in der eine Made lebt.
Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen: Hochachtung jedem, der Milch
und Ei meidet. Noch mehr Hochachtung, wenn er nicht nur Hühnergefängnisse
verurteilt, sondern daraus abgetane Hennen vor dem Tod rettet und
in seinem Garten einen friedlichen Lebensabend beschert, mag er deren Eier essen
oder nicht.
Doch bei all den Meinungsverschiedenheiten sollte eines nicht vergessen werden:
Warum wird jemand Vegetarier ob streng ob moderat? Von gesundheitlichen, ökonomischen
etc. Gründen abgesehen doch wohl, um Tieren Leid zu sparen.
Es ist eine Leiter mit vielen Sprossen die nicht gerade ins Himmelreich, doch
in Richtung weniger Tierqual führt. Nach eineinhalb Jahrhunderten organisierter
vegetarischer Bemühungen milder und auch strenger Art haben gerade (statistische
Zahlen 2006/7) zwei von tausend Bewohnern unseres Landes als Veganer die 99.
Sprosse erklommen, zwei Stufen drunter stehen ein paar Laktovegetarier, noch
ein bisschen tiefer etliche Ovo/Lak-to-Vegetarier, auf halber Höhe eine
große Gruppe, die den Fleischkonsum erheblich eingeschränkt hat, noch
viele mehr aber ganz unten ohne die geringste Absicht hinaufzuklettern.
Wenn die zwei obersten denen ein paar Sprossen darunter zusprechen, weiter
zu klettern, ist das gut und hilfreich. Doch wenn sie hinunterschreien, alle
ob
weit oben oder unten, die nicht auf unserer Stufe stehen, sind miese Verbrecher?
Ist das eine gute Motivation hinaufzusteigen?
Zurück zur Luxemburger Demonstration für die Tiere: Da marschiert ein
kleines Häuflein mit Tafeln Vegetarier sind Mörder durch
die große Menge der Fleischesser. Werden diese jetzt in Scharen auf Milch
und Eier verzichten und vor allem einmal dem Fleisch entsagen? Ich fürchte,
sie werden sich zufrieden und ohne Gewissensbisse zum Sonntagbraten setzen und
allenfalls sinnieren: die Tierrechtler ... die sind wohl abseits gestanden, als
der liebe Gott die Gabe des Intellekts verteilte.
Es ist hier nicht der Platz um den alten Streit zwischen Abolitionisten und
Reformern ausführlich zu behandeln. Nur so viel:
Wer Tieren helfen will, meint Gotthard M. Teutsch im Lexikon der Tierschutzethik,
darf durchaus ein radikales oder gar utopisches Ziel haben ... aber er kann die
Annäherung nur in Einzelschritten erreichen, und wenn er sich dabei zuviel
vornimmt, programmiert er nur die eigene Enttäuschung. Im Gegensatz zum
theoretischen Ethiker muß der praktische Tierschützer immer wieder
auf Kompromisse eingehen, weil der Alles-oder Nichts-Grundsatz besonders im Tierschutz
immer nur zum Nichts und niemals zum Alles führt.
anima-Redaktion
Seite 15:
Zur Diskussion:
Und wieder der Wolf
Ein Vorstoß des Kärntner Agrarlandesrats hat die Wolf-Debatte wieder
belebt. Angetrieben von Kärntner Almbauern, die den Tod von 250 Schafen
und einer trächtigen Kalbin im Vorjahr beklagen, meinte er: Ich als Agrarreferent
sagte deutlich, wir brauchen in Kärnten weder Wolf noch Bär. Stopp
der Ansiedelung und Dezimierung der Tiere, die da sind.
Das Ansinnen stieß auf heftige Widerrede, sowohl der anderen politischen
Parteien als auch etlicher Tierschutzorganisationen. Der Kärntner Landes-Wildbiologe
zeigte sich entsetzt: Von Bär und Wolf seien nur 170, 180 Tiere gerissen
worden, viele Schafe seien Opfer wildernder Hunde, in manchen Jahren locker 500.
Schafe im Alpenraum frei laufen lassen, so Naturschützer habe es bis
zur Ausrottung des Wolfes in der Menschheitsgeschichte nie gegeben.
Auf der ORF-Internetseite konnte das Publikum abstimmen: rund 20 % waren
für
den Abschuss, 40 % für Belassung des Bestandes, 40 % für noch mehr
Wölfe. Wie viele Leute sich an der Abstimmung beteiligten, konnte oder wollte
der ORF nicht sagen, räumte jedoch ein, dass eine Person unschwer auch mehrfach
abstimmen kann. So geben derartige Abstimmungen die tatsächliche Meinungsverteilung
kaum wieder. Nur ein kleiner nicht repräsentativer Personenkreis surft im
Internet, gut verbundene Gruppen können die Abstimmung steuern.
Beispielsweise stimmten kürzlich bei einer Internet-Abstimmung einer Grazer
Zeitung (Auflage ca. 100.000) zur Frage Wollen wir einen Veggie-Tag? von
rund 400 Teilnehmern 95 % mit ja, und zur Frage Tiere fürs Essen schlachten? 70
% mit nein; Zahlen abseits jeglicher Realität.
Unmut unter der ländlichen Bevölkerung ist nicht auf Kärnten beschränkt.
Beträchtliche Schadensfälle werden auch aus anderen Bundesländern
gemeldet Aus dem Grenzgebiet Tirol/Bayern kommen Klagen: Die Schadensbilanz dort
auf der bayerischen Seite: 19 Schafe, 9 Stück Rotwild; Schafe, eine
Kuh und ein Fohlen in der Steiermark.
Hier brach auch ein Bär in ein Hirschgehege ein. Die Zivilisation verwehrt
es dem Rotwild, winters wie einst in die Flussniederungen zu wandern. Um Schälschäden
zu vermeiden, wird es in der kalten Jahreszeit meist in Wildgattern gesammelt
und gefüttert. Faktisch ist der Hirsch fast zu einem von Menschen gehaltenen
Nutztier geworden, allerdings zu einem der artgerechtes gehaltenen. Bricht das
Rotwild auf der Flucht vor Raubtieren aus dem Gatter und verteilt sich in den
Wäldern, sind vermehrte Schälschäden die Folge.
Bäuerliche Empörung kommt auch aus Ostdeutschland, u.a. aus Mecklenburg
und Brandenburg. Dort grub sich ein Wolf in den letzten acht Monaten in fünf
Gehege und tötete laut Zeitungsberichten jedes Mal zahlreiche Tiere, einmal
in einem Damwildgehege 24 Tiere, in einem anderen 7 Damhirsche und sieben Schafe,
in einem Schafgatter 13 von14 Tiere, in einem zweiten 15 Schafe und schließlich
drei Rentiere.
Dieses Verhalten des Massentötens sagt Erik Zimen, führender
Fachmann und Freund der Wölfe kennen wir von vielen Beutegreifern.
Die überoptimalen Tötungsauslöser eingepferchter Beutetiere, die
nicht entkommen können, sind so stark, dass die Raubtiere vor lauter Töten
gar nicht zum Fressen kommen.
Ein Wolf braucht in freier Wildbahn laut Erik Zimen 2,5 bis 10 kg Fleisch
täglich.
Bietet man ihm auf dem Tablett weidende Schafe und Rinder an, wird er die nehmen,
findet er sie oder Wild in Gattern, kann er dort Blutbäder anrichten.
Gibt es nichts dergleichen, wird er jagen, was sich leicht fangen lässt,
in der Saison Rehkitze, übers Jahr so sechzig oder mehr erwachsene Rehe.
Das, sagen die Wolfsbefürworter, fällt bezogen auf die Abschusszahlen
(260.000 Rehe jährlich, dazu 70.000 Fallwild, davon die Hälfte Opfer
des Straßenverkehrs) nicht ins Gewicht, selbst wenn es hundert Wölfe
wären. Das Gegenargument: Der Wolf bedeute ständige Angst für
das seit zwei Jahrhunderten des Räubers ledigen durch lange Schonzeiten
geschützte Wild.
Im kommunistischen Jugoslawien hatte man den Unmut der Betroffenen über
die vielen für westliche Jagdgäste gehegten Bären auf fragwürdige
Weise gedämpft. Sie, die Bären, bekamen Pferde als Mahlzeit vorgesetzt;
ob lebende oder tote blieb im Dunkeln. Auch bei uns meint der eine oder andere: Bedenkenlos
werden im Zoo (vormals) lebende Tiere an gefangene Tiere verfüttert zum
menschlichen Vergnügen warum nicht auch an frei laufende Tiere? Zehn
Schweine pro Wolf und Jahr dürften reichen. Dann ließen sie wahrscheinlich
satt und bequem die Weidetiere in Ruhe. Jährlich essen die Österreicher
fünf Millionen Schweine. Tausend davon für hundert Wölfe abzuzweigen,
wäre leistbar. Die anima braucht nicht zu betonen, dass ihr auch
Schweine am Herzen liegen und Zoos nicht gefallen.
Das Berliner Journal, eine auflagenstarke Boulevardzeitung hatte reißerisch über
den brandenburgischen Blutwolf berichtet, dennoch sprachen sich in
der Zeitungsabstimmung (Zahl der Teilnehmer unbekannt) die Hälfte der
Teilnehmer gegen Abschuss oder die Vertreibung des Wolfes aus.
Die Meinungen prallen also aufeinander.
Ein Argument der Befürworter: Der Wolf war einst hier heimisch, er wurde
brutal getötet oder vertrieben. Er hat ein Anrecht auf Wiederkehr.
Dazu die Gegenseite: Vertreibung, Flucht, und Massentötung waren im vergangenen
Jahrhundert (und früher) ein schmerzlich häufiges Phänomen millionenfach,
auf der ganzen Welt, für Tiere und Menschen. Die Erde hat sich weitergedreht,
Wiedergutmachung an die Enkel wäre neues Unrecht gegen die neuen Bewohner.
Unter Menschen ist die neue Ordnung akzeptiert (mit wenigen Ausnahmen wie in
Palästina/Israel, wo sich ausgetriebene Araber noch wehren; allerdings ist
dort die Vertreibung noch im Gange). Hand aufs Herz, was würden Sie sagen,
stünde vor Ihrer Tür einer und sagte: Meine Urgroßtante hatte
hier gewohnt, wurde vertrieben und erschlagen. Jetzt gebt mir gefälligst
ein Zimmer und Zugang zum Eisschrank?
Richten wir uns eine Natur ein in der nur mehr das uns Genehme zugelassen
wird? schrieb eine Leserin zum Wolf-Bericht in der anima Nr.1/2010. Rotten
wir gleich auch die Füchse und natürlich die Raben und Krähen,
die Fischottern aus? Oder glauben wir noch ein wenig an eine Natur göttlicher
Ordnung, in der wir uns einrichten dürfen, aber ohne Kahlschlag?
Die Naturliebe der Wolfsfreunde, so die Gegner, sei sehr einseitig: Die
meisten Tierfreunde verbannen Mäuse und Ratten aus ihrem Haus, der Gesetzgeber
verpflichtet zur Tötung. Die Mühlen bekämpfen die Nager als Getreideschädlinge
mit schärfsten Giften. Katzen schneiden wir uns zurecht auf Wohnungsverträglichkeit,
die Natur, die göttliche Ordnung passt uns da nicht. Wisente und Auerochsen
bürgern wir nicht wieder ein, das würde zwar nicht die göttliche
aber unsere menschliche Ordnung zu sehr stören... Tatsache ist, wir Menschen
gehen zum Schutze und zur Steigerung unseres Wohlstands und unseres Vergnügens
sehr rabiat mit der Natur und ihren Tieren um. Da kommen Wölfe und Bären
wie gerufen, um unsere Naturliebe zu demonstrieren. Sie stören nicht die
Ordnung unserer Wohnungen, Gärten und Parkanlagen, verwüsten keine
Felder, bleiben hoffentlich fern von uns in wenig besiedelten Gegenden,
meiden bei Tag den Menschen die Angst vor dem größten Raubtier
sitzt ihnen noch in den Genen, fressen nur den Jägern Wild und ein paar
Bauern Schafe weg, weiter nicht schlimm, den finanziellen Schaden tragen andere
und schließlich, Schafe essen wir ja auch.
Ein Vorschlag: Wenn es uns wirklich ernst ist um die Natur, warum dann
nicht Nägel mit Köpfen machen. Da gibt es z.B. den Truppenübungsplatz
Döllersheim-Allentsteig. Adolf Hitler hatte dort die Menschen ausgesiedelt,
weil er eine Trainingsstätte für seine Angriffskriege brauchte. Unsere
Regierung folgte, als sie das Land 1955 von den Sowjets zurückbekam, Hitler
und hielt die Bewohner weiter ausgesperrt. Heute sind die einstigen Siedler gestorben,
das Bundesheer ist fraglich geworden, Angriffskriege wenigstens führen wir
nicht, warum an einer miesen Errungenschaft Adolf Hitlers festhalten? Vieles
wird restituiert. Warum nicht das Gelände restituieren, wenn schon keine
Menschen mehr dort sind, an die Natur. Warum nicht dort ein echtes Naturschutzgebiet
schaffen ohne menschlichen Eingriff, mit Wölfen? Statt die Wölfe
in unsere Kulturlandschaft setzen?
Oder: Aus der Sicht etwa des Jahres 1960 sind wir heute sehr sehr reich.
Da könnten
wir uns eigentlich sogar ein größeres Stück reine Natur leisten
als die 160 km2 Truppenübungsplatz, z.B. 800 km2, ein Prozent der Landesfläche
im kaum besiedelten Salzatal mit den angrenzenden Höhen im steirisch/niederösterreichischen
Grenzgebiet. Allerdings, wird die Liebe der Österreicher zur Natur so groß ein,
dass sie auch Entschädigungszahlungen in Kauf nehmen?
Wölfe haben zu wollen, sei eine typische Idee der Ökoromantikstädter,
die gerne in den Urlaub in heile Landschaften fahren wollen, meinen Gegner der
Wiederansiedlung. Keine Tierart in Europa lebt heute noch unabhängig
vom Menschen, sagt Zimen. Wir sehen den Wolf in romantischer Verklärung
als Symbol letzter Wildheit. Doch der kennt keine Ästhetik , kennt keinen
Abscheu davor, im Müll des Menschen zu wühlen. ... Wenn wir darum bemüht
sind, diese Abhängigkeit des Wolfs vom Menschen abzubauen, tun wir es nicht
für den Wolf, ... ja nicht einmal für so etwas Abstraktes wie das ökologische
Gleichgewicht, sondern für uns selber und für unsere nostalgische
Seele.
Wie soll es mit dem Wolf weitergehen? Was meinen Sie, liebe Leserinnen
und Leser? Schreiben sie uns!
Weil Ostern vor der Tür steht:
Wenn Sie nicht auf Eier verzichten wollen:
Bitte nur Bio-Freilandeier mit dem Siegel TIERSCHUTZGEPRÜFT kaufen.
Ob dem Siegel die Ergänzung Testergebnis sehr gut beigefügt
ist oder nicht, ist unerheblich. Das Siegel tierschutzgeprüft bekommen
nur Freilandeier mit dem Testergebnis sehr gut.
Info der Gesellschaft für humane Nutztierhaltung
Tel. 0720- 349 056, Fax 0720-349156
Seite 18:
Bücher
Edgar Kupfer-Koberwitz
Die Tierbrüder Eine Betrachtung zum ethischen Leben, Bernd Höcker
Verlag, Lutterothstr. 54, 20255 Hamburg, 2010, 96 Seiten, brosch., Format ca.18,5
x 12 cm, 7,90 ¤(D), ISBN 13-978-3-9811760-5-6, www .veggiswelt.de
Der Höcker-Verlag hat uns dankenswert dieses lange vergriffene kleine Schrift
wieder gegeben. Es ist ein Kleinod unter den vielen Büchern, die sich mit
unserem Verhältnis zu Tieren und dem, was wir ihnen antun, beschäftigen. Über
das Leben des Autors lesen Sie bitte vorn im Editorial der anima. Kupfer-Koberitz
führt uns in einfachen Worten, in schlichter Beschreibung von Tatsachen
vor Augen, was unser gewohntes Handeln für die Tiere an Leid bedeutet. Er
ist nicht aufdringlich, er fesselt uns, berührt unser Herz, zwingt uns zwanglos
nachzudenken und Einkehr zu üben. Er hat das Büchlein geschrieben,
ehe die Massentierhaltung zur Regel wurde, zeigt uns die Zustände in der
sogenannten guten alten Zeit, erinnert uns, dass die auch keine gute war. Dennoch
ist das Buch nicht veraltet, denn Beschreibung und Schlussfolgerung lassen sich
leicht auf unsere heutigen Verhältnisse übertragen. Ein Büchlein,
dass man Menschen schenken sollte, die das Nachdenken nicht ganz verlernt haben.
Karen Duve
Anständig essen ein Selbstversuch
Galiani Verlag Berlin 2011, 335 Seiten, geb., Format ca. 21 x 13,5 cm,19,95 ¤(D)
Zwei Bücher haben im letzten Jahr aus vegetarischer Sicht Furore gemacht,
Tiere essen des US-Amerikaners Jonathan Safran Foer und Anständig essen
der deutschen Schriftstellerin Karen Duve. Furore zu Recht. Beide befassen sich
mit dem gleichen Sujet, der Abkehr von der konventionellen Ernährungsweise
hin zu achtsamen Leben, Verzicht auf Tierisches. Sie ähneln einander aber
sind doch ganz verschieden. Schon im Ansatz. Foer war bereits als Kind angestoßen
von einer Babysitterin, die Fleisch verweigerte, weil sie Tieren nicht wehtun
wollte, zeitweise Vegetarier geworden, dann als Student des besseren Zugangs
zu Aktivistinnen-Brüsten wegen. Als junger Vater, der seinen Sohn recht
ernähren will, recherchiert er konsequent, lässt viele Beteiligte zu
Wort kommen und arbeitet das Thema in seinen Facetten abseits des Lehrbuchhaften
lebendig und im Plauderton ab: Ergebnis vegan.
Duve erst spät angestoßen, springt abrupt in kalte Wasser und probiert je ein par Monate konsequent das Leben zuerst Bio, dann lacto/ovo-vege-tarisch, später ohne tierische Produkte überhaupt und schließlich als Frutarierin. Ihr Bericht im leichten Alltagston gehalten, ist emotioneller und impulsiver. Sonst sind Bücher zum Vegetarismus meist mit dem Blick eines Bekehrten leicht schulmeisterlich verfasst.
Der Reiz von Anständig essen: hier schreibt jemand aus der Sicht eines noch dem Konventionellem verhafteten Menschen, der mit den täglichen Problemen der neuen Lebensweise ringt. Und spricht so seinesgleichen an. Trotzdem wird alles behandelt, was mit dem Thema so zusammenhängt. Die Einzelheiten der Massentierhaltung, die philosophischen Fragen. Prägnant und treffend; vielleicht lässt sich über einige wenige Punkte streiten, etwa über die Herkunft des Begriffs vegetarisch. Wer Duves Bericht liest, wird zur tierfreien Ernährung geführt, auch wenn die Autorin schließlich ein bisschen in Inkonsequenz verharrt.
Ein Buch das allen, die sich über ihre konventionelle Ernährungsweise Gedanken machen wollen, ans Herz zu legen ist; doch auch allen Vegetariern von Nutzen, um die Denkweise eines Fleischessers zu erfassen.
Jörg Bergstedt
Monsanto auf Deutsch Seilschaften der Agro-Technik zwischen Firmen, Behörden,
Lobbyverbänden und For-schung von Aachen bis Rostock)! SeitenHieb
Verlag 2011, 244 Seiten, brosch., 24 x 22,5 cm, ISBN 13-978-386747-043-08
Seitenhieb Verlag, Jahnstr.30, D-35447, www .seitenhieb.info
Der Autor ist Anti-Gentechnik-Aktivist. Er hat das Buch teils im Gefängnis
geschrieben, verurteilt zu sechs Monaten wegen angeblich rechtswidriger Zerstörung
eines Gen-Versuchsfeldes 2006. Bergsted hat eine Überfülle an Material
zusammen getragen, im Kleinstdruck, welches die Verflechtungen von Konzerninteressen,
Wissenschaft und Organen der Staatsgewalt nachweisen (sollen) zwischen denen,
der kleine Mann, der sich wehrt, zerrieben wird. Geeignet um akribisch Beweis
zu führen, wenn auch etwas subjektiv. Für Menschen, die sich nur einen Überblick
verschaffen wollen eher ermüdend und verwirrend. Wäre den Kapiteln
des Werkes kurze Zusammenfassungen in Normaldruckgröße beigefügt,
würde dies dem Verständnis helfen.
Interessant die Schilderung der eigenartigen Führung des Strafprozesses
gegen ihn, die Erinnerungen an den österreichischen Tierschützerprozess
weckt. Für hier und dort ist allerdings anzumerken: Demonstrationen oder
Spompanadeln von Zuhörern im Gerichtssaal mögen zwar für das Publikum
draußen beeindruckend sein. Doch im Gerichtsprozess ist nicht maßgeblich,
welchen Eindruck das Publikum gewinnt sondern welchen der Richter. Das zeigt
sich dann im Urteil.
Das Buch: bewundernswerte Arbeit, doch eher am breiten Publikum vorbei.
Thilo Bode
Die Essensfälscher Was uns die Lebensmittelkonzerne auf die Teller
lügen
S.Fischer Verlag Frankfurt a.M. 2010, 224 S., brosch., ca. 21,5 x 14 cm, 14,95 ¤(D)
Gar nicht am breiten Publikum vorbei dagegen Thilo Bode. Werbeaussagen sind
so
wahr wie die Kuh lila ist. Das weiß heute eigentlich jeder, nur wir fallen
immer wieder darauf hinein. Insoferne ist es gut, dass es uns wieder einmal einer
sagt. Dem Thema haben sich bereits viele Bücher gewidmet. Wer noch keines
davon gelesen hat, für den bringt der Autor manch Neues. Allerdings wäre
vielleicht weniger Polemik mehr gewesen. Etwa zum strittigen Thema Ampelregelung
wäre mehr Sachinformation hilfreich. Auch manche Wiederholung müsste
nicht sein.
Gauner hat es schon immer gegeben, auch in der guten alten Zeit. Wie mir einmal
in ferner Vergangenheit ein Wirtssohn den Unterschied zwischen ehrlichen und
betrügerischen Gastwirten erklärte: Wässern tun den Wein alle,
doch die ehrlichen weniger.
Die Industrialisie-rung der Lebensmittelbranche hat eine neue Dimension gebracht. Was bei Kleinen kriminell war, kann bei den Großen dank ihres Einflusses zu Recht und Gesetz werden. Es ist wertvoll, das immer wieder aufzuzeigen. Es gibt Bereiche, da ist auch der mündige Konsument hilflos. Hier muss mit dem größten Nachdruck die Obrigkeit gefordert werden.
Doch in vielen Belangen könnte sich der Konsument selber helfen oder zumindest
leicht über den Wahrheitsgehalt von Fir-menaussagen informieren. Z.B. wenn
auf der Katzenfutter-Tasse vorn groß mit Wild steht und hinten
winzig mind.4 %. Oder ein Thema über das Bode überaus ausführlich
referiert, über den immensen Zuckergehalt von Frühstück-flocken;
weil der wenn auch klein draufsteht. Auf mei-ne Frage an einen großen Konzern,
ob es da nichts mit weniger Zucker gäbe, erhielt ich die freundliche Antwort,
leider nein, die Kunden möchten es so süß. Würden tausend
besorgte Mütter sich an den Konzern wenden oder ihren Unmut der armen Filialleiterin
demonstrieren, könnte sich rasch was ändern. Doch solange die Konsumenten
wie die Schafe zur Schlachtbank trotten ...
Zusammenfassend gilt was wir bereits zu ähnlichen Büchern sagten: Bode
wirft das Licht auf das viele Negative, bringt journalistisch geprägt viele
Einzelfakten; ein gutes Buch um uns aufzurütteln. Für Leser, die die
Probleme an Hand neutralen Materials gründlicher bedenken möchten,
vielleicht zu wenig.
Erwin Lauppert
Englisch:
Vegetarian Visitor 2011
erhältlich bei Jon Carpenter Publishing, 2 Home Farm Cottage, Sandy Lane,
St.Pauls Cray, Kent BR5 3HZ, tel 01689 870 437, email: orders @ joncarpenter
.co.uk, Preis 3 engl.Pfund + 1,50 Versand
Auf 112 Seiten 80 Hotels und Quartiere, 300 Cafes, Restaurants und Gaststätten,
gekennzeichnet als rein l/o- und/oder vegan-veget. oder gemischt (auch Fleisch),
geographisch gegliedert. Dazu eine lange Adressenliste von Veggie-Organisationen.
Annette Heimroth, Brigitte Bornschein
VEGAN & VOLLWERTIG GENIESSEN
Mit einem Vorwort von Barbara Rütting
Hädecke-Verlag D-71263 Weil der Stadt 2010, 216 Seiten, geb., 24,4 x 18,6
cm, 19,90 ¤(D),ISBN 978-3-7750-0573-9
Wenn Sie schon immer auf der Suche nach einem veganen Kochbuch waren, das ohne
Fleischersatzprodukte wie Tofu, Seitan und Sojafertigprodukte auskommt, und den
Kriterien der Vollwerternährung gerecht wird, werden Sie dieses Kochbuch
lieben.
Im Vorwort erzählt Barbara Rütting, wie sie aus Gründen des Tierschutzes
und der Gesundheit zur veganen Ernährung kam und warum ihre Begeisterung
für dieses Kochbuch so groß ist.
Den Autorinnen war wichtig, dass die Rezepte nicht nur vollwertig, vegan und
damit absolut tierfreundlich, sonder wirklich auch natürlich, einfach und
schmackhaft sind.
Sie beginnen mit Hinweisen und Tipps zur gesunden Ernährung, die vor allem
für Menschen, die sich noch nicht intensiv mit der Vollwertkost auseinandergesetzt
haben, äußerst interessant und lehrreich sind. Warum Frischkost so
wichtig ist, warum das volle Korn verwendet werden soll, wie man in der gesunden
Küche süßt, welche Öle und Fette uns gut tun bzw. schaden,
wie wir unseren Flüssigkeitsbedarf decken sollten usw. wird genau und verständlich
erläutert.
Und dann geht es los: Genießen fängt beim Frühstück an,
heißt es da im ersten Kapitel. Weiter geht es mit Salate und Gemüse;
Salatdressings und Dips; Brötchen, Fladen und Brote; Brotaufstriche pikant
und süß; Suppen und Saucen; Hauptgerichte; Beilagen; Desserts; Konfekt;
Kuchen, Torten und Gebäck sowie gesunde, wohlschmeckende Getränke.
Nicht nur die köstliche Vielzahl der Rezeptvorschläge lassen einem
das Wasser im Munde zusammenlaufen, auch die wunderschöne Bebilderung macht
dieses Kochbuch zu einem Werk, das man nicht nur zum Kochen gerne zur Hand nimmt.
Allein darin zu blättern, ist ein Genusserlebnis. Schönheit ist allerdings
nicht ganz kostenlos. In schwarz/weiß statt in matter Farbe wäre der
Text lesefreundlicher.
Im Anhang ist es den Autorinnen noch wichtig, Leser über ihre Gedanken zur,
grausamen, umweltfeindlichen, sogenannten Tierproduktion zu informieren.
Weiters entstehen Ihrer Überzeugung nach heute viele chronische Erkrankungen
aufgrund übermäßiger Zufuhr tierischer Einweiße und sehen
eine vollwertige, vegane Ernährung als aktive Prophylaxe für Gesundheit
und Wohlbefinden.
Ein tolles Kochbuch, das sicher nicht nur Veganer begeistert!
Ihre Michaela Schaller
.
Büchereingang:
ALTEXethik
Erscheint einmal jährlich im Dezember in deutscher Sprache. Vertrieb: Weinmanng.
86, CH-8700 Kuessnacht ZH; Tel. ++41 44 380 0830; Fax +41-44-380 0832, email:
subs @altex.ch; Abopreis 15 ¤
ALTEX ist eine der 3R Idee (Tierexperimente replace, reduce, refine) verpflichtete
wissenschaftliche Vierteljahresschrift in englisch. Die zusätzlich deutsch
erscheinende Ethik-Ausgabe 2010 bringt neben den Buchrezensionen wieder interessante
Artikel, u.a.: Gary Steiner Tierrecht und die Grenzen des Postmodernismus:
Der Fall Derrida, Regina Binder Die neue Tierversuchs-Richtlinie Anspruch,
Realität und Perspektiven, Rainer Hagencord Das ausgegrenzte
Tier integrieren zum Projekt einer Theologischen Zoologie.
Rainer Erlinger,
Moral Wie man richtig gut lebt
Fischer Verlag Frankfurt 2011, 19,95 ¤(D)
Gunter Bleibohm/Harld Hoos
Totentanz der Tiere
Schonungslose Bemerkungen zu Tierelend, Jagd und Kirche
Geistkirch Verlag Saarbrücken 2010, TB 147 Seiten, 14,80 ¤, ISBN
13- 978-3-938889-81-7, www .geistkirch.de
Notizen
Tierschutztransparente auf den Weg zum Schlachthof in Graz
Die TierWeGe, ein junger aber äußerst rühriger Tierschutzverein
mt dem Sitz in Gleisdorf bei Graz, widmet sich vorrangig dem Thema Tiertransporte.
Erleiden doch Tiere auf ihrer Fahrt in den Tod oft furchtbare Qualen. Um das
Tierleid von sogenannten Nutztieren wieder einmal ins Bewusstsein
von vielen Menschen zu bringen, startete der Verein in den letzten Wochen eine
aufsehenerregende Aktion.
Aktivisten standen schon in den grauen Morgenstunden mit Transparenten und Tierkostümen
bis in den späten Vormittag an großen Grazer Einzugsstraßen,
an denen auch die Schlachttiertransporte zum Grazer Schlachthof rollen. Tausende
vorbeifahrende Menschen wurden so auf das leidvolle Thema Fleisch aufmerksam
gemach, konnten sie im Vorbeifahren doch in großen Lettern lesen:
FLEISCH MACHT KRANK - STOPPT ENDLICH TIERTRANSPORTE - SCHLACHTHÖFE SIND
SCHLACHTFELDER
Die Aktion fand bei vielen Menschen Beifall und auch Tageszeitungen und ORF berichteten ausführlich und positiv darüber. Lediglich Aktivistinnen die in unmittelbarer Schlachthofnähe positioniert waren, wurden mit Beschimpfungen und tätlichen Angriffen aggressiver Schlachthofmitarbeitern konfrontiert.
Der
Tierschutzprozess
Da in letzter Zeit über die Eigenheiten und Merkwürdigkeiten der
Verfahrensführung viel in den Medien berichtet wurde, nur so viel: Das
Ende des schon länger als ein Jahr dauernden Prozesses ist abzusehen.
Die Richterin hat die Beweisanträge der Verteidigung abgelehnt. Ab 31.März
sind die Schlussplädoyers vorgesehen, die Urteilsverkündung ist für
den 2. Mai geplant. Die Vernehmung der 2007 in den VgT eingeschleusten Vertrauensperson
am 18.März erbrachte ebenso wenig Belastendes wie die ihrer polizeilichen
Bezugsperson tags zuvor.
Brigitte Schwaiger (19492010)
Ist im Sommer 2010 aus dieser Welt gegangen. Die Schriftstellerin war durch
den, den Roman Wie kam das Salz ins Meer (1977) weithin bekannt
geworden.
Noch lieber als Menschen malte Brigitte Schwaiger Tiere, wie sie sich ja ganz
besonders für den Tierschutz und gegen die Grausamkeiten bei den Tiertransporten
einsetzte, schrieb der Schriftteller und Philologe Alois Brandstetter in einem
Nachruf in der Wiener Presse. Insbesondere die Schweine und ihr Schicksal
hatten es ihr angetan. Sie war eine Art Brigitte Bardot, der sie
in ihrer Jugend auch an Anmut geglichen hat ... Als sie die Fallen-lassen-Texte
(über ihre Erinnerungen an die Psychiatrie) schrieb, war sie durch ihren Lebenswandel wahrlich schwer
gezeichnet. Wer so tief mitleidend auf die Schmerzen der Kreaturen sieht,
kann nur selbst leidend und krank werden. Und wer über gewisse Horrenda
den Verstand nicht verliert, hat eben keinen zu verlieren.
Ilse Gypser
Sie gehörte zu den Vegetariern der "ersten Stunde", die von
Anfang an im Rahmen unserer 1970 von Julius Fleischanderl gegründeten Österreichischen
Vegetarier Union mit dabei war, aktiv als Vorstandsmitglied, unermüdlich
mit berührenden Leserbriefen den Menschen die Not der Tiere nahe brachte.
In den letzten Jahren hat sie sich langsam von dieser Welt zurückgezogen,
am 11.Jänner 2011 ist sie im 98.Lebensjahr von uns gegangen.
Gudrun Gröblbauer, gelernte Juristin, langjährige Leiterin
der Abteilung Familienfunk von Radio Steiermark, dazu Kabarettkünstlerin:
Vor drei Jahren bin ich ruck zuck Vegetarierin geworden. Auslöser war
ein Fernsehfilm über Massenställe, Tiertranporte und Schlachten.
Quelle ORF Steiermark, 17.3.2011
Terror erlaubt
Es ist ein beliebtes Mittel Aktivbürger zivilrechtlich niederzuringen,
mittels Klagen mit nicht selten mit immensem existenzvernichtendem Streitwert.
Beispiele brachten wir bereits in der letzten Nummer. Hier weitere Beispiele:
Ein Anwalt im Tierschützerprozess äußerte in einem Interview
Zweifel. Ein Geschäftsmann, Opfer eines Buttersäureanschlags, habe
den erlittenen Schaden erheblich zu hoch bemessen. Ein Internet-Blogger veröffentlichte
das Interview im Internet. Prompt wurde er vom Geschäftsmann geklagt.
Angesichts des hohen Streitwerts musste sich der Blogger zu einem Vergleich
verstehen. Der Kläger begnügte sich mit 5000 ¤. Der Zahlungspflichtige:
Wir brauchen möglichst bald eine rechtliche Regelung für all die
blogger da draußen, die die Meinungsfreiheit schützt. Ees ist viel
zu einfach uns mit Monsterklagen niederzuklagen
Besitzstörungsklage statt Strafgesetz
Ein Bauer in Niederösterreich hatte Rinder bei jedem Wetter und auch bei
tiefen Minusgraden ohne den gesetzlich vorgeschriebenen geeigneten Unterstellplatz
im Freien gehalten. Ein Passant entdeckte dort eine tote Kuh und informierte
die Zeitung NÖ-Nachrichten. Er und ein Zeitungsreporter betraten dann
die Weide, um die Sache zu prüfen. Beide wurden darauf vom Besitzer wegen
Besitzstörung geklagt. Bei der Sektion der Kuh wurde als Todesursache
unausgewogene Fütterung festgestellt.
NÖ Nachrichten 11.01.2011
Und in Deutschland
Bernd Höcker, Vegetarier und Inhaber des Höcker Verlags (siehe vorn Die
Tierbrüder) engagiert sich auch gegen Ungerechtigkeiten in der Rundfunk-Gebührenordnung.
Seine diesbezügliche Korrespondenz mit der öffentlichen Rundfunkanstalt
bzw. deren Gebührenstelle (GEZ) veröffentlichte er auf seiner Website.
Sachlich konnte ihm der Rundfunk nicht an, denn es wurde niemals eine
Tatsache falsch dargestellt oder jemand ... beleidigt, schreibt Bernd
Höcker. Dennoch erhielt er nach zwei Jahren ohne jegliche Vorwarnung eine Abmahnung mit
einem Gegenstandswert von 50.000 Euro. Vom NRD-Justitiar des NRD, der seine
Persönlichkeitsrechte durch eine namentliche Nennung im Rahmen der Berichterstattung
verletzt sah, und wurde verurteilt.
Andrerseits in Deutschland: Stallfotos veröffentlicht, Tierschutzverein
obsiegt
Die Organisation die Tierfreunde e.V. Siegen BRD, veröffentlichte
in 2006 Bildmaterial aus einer Legehennenanlage bei Worms, wogegen deren Besitzer
klagte. Nach 4-jährigem Rechtsstreit zwischen der Organisation die
Tierfreunde e.V. und dem Betreiber einer Legehennenanlage untermauerte
nun das Hanseatische Oberlandesgericht das Urteil des Landgerichts Hamburg
für mehr Meinungs- und Pressefreiheit. Danach darf das in einer Legebatterie
verdeckt aufgenommene Bildmaterial veröffentlicht werden, da Verbraucher-
und Tierschutz höher zu bewerten seien, als der unerlaubte Zutritt in
die Privatsphäre Hühnerstall. Zudem erwiesen sich vor Gericht die
Vorwürfe des Betreibers, wonach das Bildmaterial manipuliert gewesen sei,
als haltlos.
Quelle http://die-tierfreund.de, Dez. 2010
Anm. Und die Kosten, wenn der Gegner obsiegt?
Ein toter Hund, ein verletzter Mensch
In der Herbst-anima hatten wir über einen unnötigen Cobra-Einsatz
mit obigen Folgen berichtet. Vor zwei Wochen fragten wir bei unserer Innenministerin
Dr.Fekter nach, ob sie zwischenzeitlich Maßnahmen gesetzt hat, um bei
Einsätzen Hundetötungen zu vermeiden. Bisher keine Antwort. Ob bezüglich
der Menschenverletzung ein Verfahren geführt wurde, erkundigten wir uns
bei der Staatanwaltschaft. Da diese die Auskunft verweigerte, wandten wir uns
an die Frau Justizministerin. Auch hier bislang keine Antwort.
USA: Gefängnis fürs Fotografieren
Heimlich in einen Stall schleichen, um Tierquälerei zu fotografieren,
kann in den USA mit Gefängnis betraft werden. Wir berichteten.
In den USA haben Tierschützer ja schon seit längerem kein einfaches
Leben. Bereits seit 2006 riskiert, wer den Umsatz der Fleischindustrie schmälert,
als Terrorist zu Haft verurteilt zu werden.
Nun wollen einzelne Politiker aus Florida und Iowa noch weiter gehen: Sie plädieren
für ein ein Gesetz, welches das Fotografieren und Filmen von Nutztieren
ohne Erlaubnis der Besitzer mit Gefängnis bestraft. Sogar dann, wenn das
Foto nur aus der Ferne geschossen wird - selbst ohne den Privatgrund des Eigentümers
zu betreten.
Anscheinend die Reaktion auf die immer häufigere Publikation von Missständen
im Internet.
Seite 23
Vielleicht erinnern Sie sich: Vor zwei Jahren berichteten wir über die mutige
Tat eines Kunstschaffenden, der inmitten eines Landstrichs voll der Schweinezucht
sich kühn in steinernen Lettern als Vegetarier bekannte. Dem Künstler,
Peter Knoll, verdanken wir nun wieder den Hinweis auf eine interessante Kunstaktion:
Zum fünften Mal der
Tag der offenen Ateliertüren
der bildenden Künstlerinnen und Künstler in der Steiermark
am Sonntag, 15.Mai 2011
270 Künstler in Graz und in der ganzen Steiermark öffnen da von 10
bis 21 Uhr ihre Ateliers und laden die Besucher auf das Land und in die Stadt,
ins Ambiente des künstlerischen Lebens und der Kunstproduktion ein.
Ein Künstlerplan, ART GUIDE, in dem alle Kunstschaffenden mit den Atelieradressen,
websites und ihrer Fachrichtung übersichtlich verzeichnet sind, erleichtert
die Kontaktaufnahme über das ganze Jahr hinaus. Die Künstlerlandkarte
ist im Informationsbüro (Öffnungszeiten: Mo-Sa 10-18 Uhr, So 10-16
Uhr) Graz-Tourismus, Herrengasse 16, 0043(0)316/8075, www.graz.tourismus.at und
in allen Tourismusbüros in der Steiermark erhältlich. Sie können
ihn auch in der anima-Redaktion anfordern. Näheres auch auf der website:
tag-der-offenentuer.at.
Ü
brigens auch Peter Knoll und seine Gattin Anne, ebenfalls Künstlerin, haben
ihr Atelier in Pischelsdorf Nr.190 (vor Ortsende Richtung Großsteinbach),
Tel. 03113-2242, geöffnet. (Pischelsdorf liegt zwischen Gleisdorf und Hartberg)
. Tierschutzseminar 2011
Lehrerfort- und Weiterbildung
zum Projekt Tierschutz im Unterricht
vom 9. bis 16. Juli 2011 in Graz
Seminarleitung: Charlotte Probst
Das Tierschutz-Seminar bietet sich für interessierte Pädagogen an,
die sich ein präzises Sachwissen über die Mensch-Tier-Problematik aneignen
wollen. Das Seminar selbst bietet sowohl eine Einführung in die Tierschutzarbeit,
eine Information in die zum Teil komplizierten Themen, didaktische und methodische
Hilfestellungen für die praktische Arbeit. Seit 2009 ist dieses Seminar
eine Einrichtung an der Karl Franzens Universität Graz und wird in Kooperation
mit der UNI for LIFE abgehalten. Semi-nargebühr 350 ¤. Infos: Website:
tierschutzim unterricht.org. Anmeldung ausschl. beim Verein für Tierschutzunterricht Akademie
für Tier-Mensch-Beziehungen Neupauerweg 29 b, 8052 Graz, office @tierschutzimunterricht
Fax:0316/58-12-84, Tel: 0316/58-13-20
4. Tierrechtskongress
8. bis 11. Dezember 2011 in Wien
Vom 8. bis 11.Dezember findet wieder der
Ö
sterreichische Tierrechtskongress statt. Veranstaltungsort ist wie bisher das
Don Bosco Haus. Das Konzept wird ähnlich dem der Vorkongresse sein. Nähere
Infos auf der website:
tierrechtskongress.at
Seite 24:
Möchten Sie den Klimawandel?
Möchten Sie Hitze und Dürre?
Ganz einfach, fahren Sie viel Auto, essen Sie viel Fleisch!
Die FAO, die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten
Nationen, kam 2006 in einer sehr umfangreichen und fundierten Studie zu dem
Ergebnis, dass die Produktion von Fleisch, Milchprodukten und Eiern 18 Prozent
aller weltweiten Treibhausgase verursacht. Damit belastet die Produktion tierischer
Lebensmittel das Klima deutlich mehr als der gesamte Verkehrssektor mit 13,5
Prozent. Auch wenn die Wissenschaftler streiten und manche sagen es ist nicht
ganz so viel, eines steht fest, es ist zu viel.
Geld beim Fenster hinauswerfen?
Möchten Sie das? Ganz einfach, essen Sie viel Fleisch!
Wären Sie ein Geldfälscher, würden Sie 100 ¤ aufwenden,
um eine einzige falsche 10 ¤- Note zu produzieren ? Oder solchen Schwachsinn
lieber bleiben lassen?
Schlachttiere werden mit Lebensmitteln / Getreide, Sojabohnen etc. gemästet.
Eine Kalorie Fleisch kostet im Schnitt sieben Kalorien pflanzliche Lebensmittel.
Fleischnahrung verlangt gegenüber pflanzlicher ein Vielfaches an Land.
Blut fließen lassen?
Müssen Sie das?
Nein! Mit weniger oder ohne Fleisch lässt es sich gut leben, ja auch gesünder!
Wissenschaftliche Vegetarier-Studien zeigen ein niedrigeres Sterberisiko insbes.für
einige Krebs- und Krankheiten des Herz-und Kreislaufsystems.
Die Erde bewirtet uns köstlich!
Obst und Gemüse, Getreide, Erdäpfel, Hülsenfrüchte, Nüsse,
Samen Öle. Die köstlichsten Speisen lassen sich daraus bereiten -
Hunderte Kochbücher zeigen es. Ernährungsratschläge im Blattinneren.
Ei, Ei ?
Besser keins,
aber wenn schon eins,
dann das Freilandei,
aber nur Bio mit dem Siegel
tierschutzgeprüft:
Info der Gesellschaft für humane Nutztierhaltung
Zurück zur anima - Zurück zur ÖVU-Homepage